LERNLUST #19 // Gute Kommunikation in Training und Beratung
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LERNLUST Podcast
Wenn Ihr - vielleicht genau wie wir - in Berufen arbeitet, in denen Ihr viel mit Menschen zu tun habt und eigentlich 'rund um die (Arbeits)Uhr' mit Lernenden, Projektmitarbeitenden und Projektleitern, Kund:innen, Interessent:innen und Kolleg:innen kommuniziert, kann Sprache eine große Kraft haben – im positiven wie im negativen Sinne.
Und genau deshalb lohnt es sich, sich ab und zu selbst mal das Vögelchen auf die Schulter zu setzen und sich selbst zuzuhören oder aus einer Metaperspektive heraus eigene Texte zu lesen.
Das ist nicht immer einfach, aber in meinen Augen ist es die Mühe wert, weil wir so sensibler und achtsamer in der Benutzung von Sprache werden und so in unseren sehr verschiedenen Kontexten besser informieren, motivieren, energetisieren, verbünden, begeistern und interessieren und Feedback geben können. Natürlich helfen auch Hinweise, Tipps und Anregungen von anderen. Und Tipps gibt es von unserem Marketing Kollegen Florian Simonis reichlich in unserer neuen Episode, in der es um gute Sprache und Kommunikation für unseren Trainer- und Berateralltag geht.
Hört rein. Und vielleicht ist der eine oder andere Tipp dabei, der für Euch neu oder eine gute Erinnerung ist und den Ihr Lust habt, bald mal in der Praxis auszuprobieren.
Shownotes
Host:
Claudia Schütze, Senior Learning Consultant & Trainerin // LinkedIn
Gast:
Florian Simonis, Consulting Marketing Specialist // LinkedIn
Florians Podcast Tipps:
Menschliche Kommunikation statt Businessfloskeln
Think Fast, Talk Smart: The Podcast
STAR(E)-Interviewtechnik
Storybrand (Donald Miller)
Michael Grinder: Nonverbal Communication and classroom Management
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Transkript
[Claudia Schütze]
Lernlust, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning.
[Susanne Dube]
Wir sind Claudia Schütze und Susanne Dube und wir sind Learning Consultants bei der tts und wir sind die Hosts dieses Podcastes. Und hier werden wir uns über Themen unseres Arbeitsbereiches miteinander austauschen, also alles was Lernen in Organisationen heute und in der Zukunft betrifft und wir werden uns von Zeit zu Zeit interne oder auch externe Experten in unsere Runde einladen und wir freuen uns, wenn ihr dabei seid.
[Florian Simonis]
Es gibt keine perfekte Kommunikation. Rede über die Themen, die dich interessieren oder so, dass sie dich interessieren. Letzten Endes achten wir gar nicht so sehr auf die Fehler, sondern wir sehen diesen Gesamteindruck.
Storytelling versucht Schablonen zu finden für unsere Denken. Es geht eben nicht darum, jemanden um den Finger zu wickeln.
[Claudia Schütze]
Das sagt Florian Simonis, mein geschätzter Kollege aus dem Marketing der tts und mit ihm spreche ich heute über Sprache und Kommunikation und warum uns das wichtig ist. Ja, wir sind keine Journalisten, wir sind keine Werbetexter und vermutlich auch keine Romanautoren, aber was wir sind. Wir sind E-Learning Autoren, wir sind Trainerinnen, wir sind Mitarbeitende im Bereich Marketing, wir sind Produktmanagerinnen, Softwareentwickler, wir sind Berater und Softwareimplementierer und wir sind noch ganz viel mehr.
Und in all dem, was wir da täglich tun, spielen Sprache und Kommunikation eine sehr große und vor allen Dingen sehr wichtige Rolle. Und Florian hat ein paar Tipps, die wir beachten können, um mit unserer Sprache und Kommunikation erfolgreicher zu sein. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode unseres Landespodcasts und ich habe heute wieder einen geschätzten Kollegen von mir da und zwar Florian Simonis.
Florian, herzlich willkommen.
[Florian Simonis]
Hallo Claudia, vielen Dank, dass ich da sein darf.
[Claudia Schütze]
Ich freue mich, dass du da bist. So und wir haben heute ein Thema, was vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so klingt, als ob es ganz doll viel mit Corporate Learning zu tun hat oder mit Learning im Allgemeinen. Aber ich glaube, Florian, wir werden den Beweis antreten, dass es in unserem Job, nämlich in unserem Trainings, Learning, Marketing, Berateralltag eben doch eine ganz schön große Rolle spielt.
Und wir wollen tatsächlich reden über Sprache und Kommunikation in unserem Trainings, Learning und Berateralltag. Florian, die meisten werden dich noch nicht kennen. Du bist das erste Mal zu Gast und ich glaube, ich nutze die Chance, dich einfach mal ganz kurz unseren Hörerinnen und Hörern vorzustellen.
Florian ist von Hause aus Historiker und Romanist und hat im Anschluss daran in verschiedenen Fachbuchverlagen als Lektor gearbeitet. Und ich glaube, das macht schon ziemlich offenkundig, Florian, dass da eine gewisse Begeisterung und Liebe zu Sprache und Kommunikation da ist bei dir. Und genau diese Liebe zu Sprache und Kommunikation hat dich am Ende auch zu uns, zu tts, gespült.
Und da bist du im Moment als Consulting Marketing Specialist im Bereich Digital HR Experts tätig. Und ich freue mich sehr, dich heute als Gast zu haben, Florian, und mit dir ein bisschen über Sprache zu sprechen und Kommunikation.
[Florian Simonis]
Vielen Dank für die tolle Einleitung. Ich finde, du hast das sehr schön zusammengefasst. Ich sage auch immer, wenn ich so nach verbindenden Faktoren in meiner Biografie suche, dann ist es tatsächlich der, dass ich motiviert davon bin, Inhalte gut zu präsentieren.
Und das fängt schon beim Geschichtsstudium an, denn Geschichte studieren ist ja nichts anderes als eine Geschichte versuchen zu erzählen. Und insofern ist auch diese Doppelrolle, die ich jetzt im Marketing habe, sehr spannend, denn es geht natürlich nicht nur darum, Marketing ganz klassisch, nämlich unsere Marke, unsere Services und Lösungen nach außen zu präsentieren, sondern eben auch nach innen zu wirken. Sei es etwa bei einem Corporate Newsletter, wo wir versuchen, etwas Mehrwert an die Kolleginnen und Kollegen zurückzugeben, sinnvolle Kommunikationstipps.
Also diese Doppelrolle, die spricht schon für die Vielschichtigkeit des heutigen Marketingverständnisses und macht mir auch sehr viel Spaß. Insofern freue ich mich umso mehr, dass ich jetzt beim Thema Kommunikation mit dir darüber reden kann.
[Claudia Schütze]
Ja, super. Ich freue mich auch, Florian, weil ich eben glaube, wir haben zwar zwei sehr, ja sehr, weiß gar nicht, ist das richtig, unterschiedliche Berufsfelder, wollte ich jetzt sagen, aber ich weiß gar nicht, ob die so unterschiedlich immer sind. Aber genau das, glaube ich, versuchen wir mal in unserem Gespräch zu ergründen, was so deine Themen sind, die dich umtreiben, was meine sind aus der Sicht des Learnings.
Und da gibt es ja auch viele Facetten. Es ist im Training, es kann Change-Begleitung sein, es kann E-Learning sein und gucken. Also ich würde mich freuen, wenn wir ein bisschen raufgucken, was haben wir so für Themen, wo wir durchaus sehr gleiche Verständnisse haben und wo bereichert sich das vielleicht aber eben auch.
Dann lassen wir uns mal starten, Florian. Jetzt haben wir so ein bisschen eingeredet, wer wir sind, warum uns das Thema so ein bisschen interessiert. Aber lass uns noch mal wirklich die Frage beantworten, warum ist das Thema uns so wichtig, dass wir ihm jetzt tatsächlich eine eigene Podcast-Episode widmen wollen.
[Florian Simonis]
Das ist tatsächlich eine sehr gute Einstiegsfrage, würde ich behaupten. Wird da etwas auf die Branche im Allgemeinen verweisen, in meiner Antwort? Denn ich würde sagen, dass die HR-Beratung natürlich essentiell mit Menschen zu tun hat.
Und da ist natürlich Sprache und Kommunikation im Allgemeinen liegen da im Herzen unseres Geschäfts. Und um das etwas, um diesen Punkt weiter aufzugreifen, ich glaube, dass auch Kommunikation inzwischen für jeden Bereich des Unternehmens wichtig ist. Du hast davon gesprochen, dass du als Consultant, als Beraterin natürlich diese Change-Management-Prozesse begleitest, als Trainerin.
Genauso werden die weißen Leute wahrscheinlich sagen, dass die Rolle von Sales oder Marketing natürlich erstmal offensichtlich ist. Aber ich würde sagen, es geht auch selbst in den hintersten Bereich. Alle Menschen in einem Unternehmen inzwischen tragen dazu bei, meiner Ansicht nach, nach außen zu kommunizieren.
Und das kann beispielsweise auch eine Produktmanagerin im Bereich Software sein, die sich durch genauso Gedanken machen muss, wie kann ich mein Produkt, was ich anbiete, wie kann ich den Mehrwert nach außen kommunizieren.
[Claudia Schütze]
Und ich kann ganz praktisch ja ergänzen, Florian. Auch ich, die ich eigentlich, glaube ich, ganz weit weg theoretisch von Marketing bin, veranstalte ja oder organisiere alle 14 Tage bei uns intern die Fridays for Learning. Die haben auch das ein oder andere Mal schon eine Rolle gespielt in unserem Podcast.
Und auch ich poste bei LinkedIn, wenn wir öffentliche Editionen haben, also Open Editions, auch ich poste ja dort was oder für die Podcasts, dann gibt es auch von mir entsprechend eine kleine Vermarktung sozusagen auf LinkedIn, wo ich gerne um Hörer und Hörerinnen werben möchte. Also insofern, auch wenn es überhaupt nicht zu meiner Job Description sozusagen gehört eigentlich, habe ich damit trotzdem was zu tun.
[Florian Simonis]
Das finde ich ein sehr schönes Beispiel. Und ich finde, das greift sehr schön etwas auf, was ich jetzt kürzlich gehört habe im Podcast Think Fast, Talk Smart. Mein Gastname ist Matt Abrahams, der auch Kommunikationsexperte ist, der auch meint, dass die Unterscheidung interner Kommunikation, externer Kommunikation, diese klare Trennung so überhaupt nicht mehr existiert.
Ich denke, in deinem Fall ist das ein sehr gutes Beispiel dafür. Also wie wir kommunizieren, wirkt sowohl nach innen wie auch nach außen. Und das gerade eben vor allem vor diesem Hintergrund, dass wir uns ja in einer sogenannten, um jetzt mal den Modebegriff zu verwenden, WUKA-Welt befinden, also eine Welt, die geprägt ist von Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität.
Und in dieser Welt müssen wir uns zurechtfinden, müssen wir anpassungsfähig bleiben. Und wir müssen nicht nur nach außen den Wandel tragen, sondern eben auch unsere eigene Struktur, unsere eigenen Strukturen, unsere eigenen Organisationen anpassungsfähig behalten. Und die Kommunikation darüber, über diesen Wandel geht natürlich primär über Sprache, über Kommunikation.
Absolut. Im digitalen Marketing spricht man da auch, das kommt natürlich noch als weiterer Punkt dazu, gerade in dieser digitalen Gegenwart, die so viele, wo so ein starkes Hintergrundrauschen ist, gerade da ist es wichtig, klar zu kommunizieren und mit unserer Botschaft durchzukommen. Es gibt diesen einen Satz, cut through the noise, also durch diesen Lärm hindurchschneiden.
Und ich finde, das ist ein ganz schönes Bild.
[Claudia Schütze]
Ist es, ja. Okay, aber das stiftet auch eine Erwartungshaltung jetzt, Florian. Ich würde sagen, wir sollten mal gucken, was wir an konkreten Ideen unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben können, um genau das zu schaffen, durch das Rauschen hindurch zu gelangen.
Florian, kann ich dich ein paar Dinge, Tipps, konkrete Ideen, die förderlich nach deiner Meinung sind für eine gute Kommunikation?
[Florian Simonis]
Ja, sehr gerne. Ich, um das vielleicht sprachlich gleich einzubinden, ich hätte fünf Themen zum Angebot für eine gute Kommunikation.
[Claudia Schütze]
Dann schieß mal los, was sind die fünf?
[Florian Simonis]
Fünf Zutaten, die unser perfektes Kommunikationsrezept braucht. Und die erste Zutat, ganz wichtig, zuhören. Okay.
Was meine ich damit? Kommunikation funktioniert immer in beide Richtungen.
[Claudia Schütze]
Sag mal, warum dir das mit dem Zuhören so wichtig ist, Florian. Ich habe sofort genickt und sofort ja gesagt. Und jetzt bin ich natürlich total neugierig, was konkret für dich das bedeutet.
[Florian Simonis]
Zum einen ist das, wenn wir uns darüber nachdenken, was denn das Ziel von Kommunikation ist, dann ist es ja eigentlich, dass wir einen Dialog, einen Austausch von Informationen erreichen möchten. Das kann ich natürlich nicht, wenn ich selber auch als die Person, die redet, vorher nicht zugehört habe oder im Anschluss. Also wir möchten einen Dialog erreichen, ob das jetzt mit dem Kunden, der Kundin ist klassischerweise, ob das mit einem Kollegen, mit einer Kollegin ist.
Wir möchten etwas austauschen. Und das kann nur funktionieren, wenn ich eben auch zuhöre. Und ich denke, gerade diese Bedeutung von Zuhören wird uns bei ein paar anderen Punkten später auch mal immer wieder begegnen.
Um da mal gleich die Überleitung zu machen zur nächsten These, die ich habe, die ist damit nämlich eng verknüpft. Du kommunizierst nicht für dich, sondern für deine Zuhörerschaft.
[Claudia Schütze]
Aha, okay.
[Florian Simonis]
Das heißt, ob deine Kommunikation gut ist, gelungen ist, darüber entscheidest nicht du selbst, sondern darüber entscheidet dein Gegenüber, nämlich ob die Botschaft überhaupt angekommen ist. Und das trifft sich sehr gut mit diesem Zuhören. Ohne das Zuhören funktioniert es nicht.
Und auch als die Person, die spricht, muss ich im Anschluss schauen, beobachten, wie mein Gegenüber darauf reagiert, ob es überhaupt reagiert. Und das zeigt auch schon wieder die zentrale Rolle von Feedback.
[Claudia Schütze]
Absolut. Also du hörst mich nicken, die ganze Zeit hörst du mich nicken. Weil ich glaube, das sind ja so Basiselemente.
Ich will da einfach gerade mal ganz kurz was kommentieren dazu, auch wenn wir noch nicht durch sind mit deinen Tipps. Sicherlich nicht durch sind. Ich glaube, es ist ja Teil schon von jedem Basis-Kommunikationstraining, wo man sich über dieses Sende-Empfänger-Modell austauscht oder sich da ein bisschen tiefer mit beschäftigt, wo man eben genau das lernt, dass das, was ich kommuniziere, die Wirkung dessen kann mir nur mein Gegenüber zurückspiegeln.
Und ich muss achtsam sein, damit ich merke, was die Zurückspiegelung ist. Und ich muss achtsam sein, um zu merken, ob meine Botschaften, die ich gesendet habe, Erfolg hatten. Egal in welche Richtung, aber dass sie überhaupt einen Erfolg hatten, dass sie angekommen sind.
Und das glaube ich, da haben wir beide ja ganz viele Kontexte, in denen das stattfindet. Für mich ist das Training, also tatsächlich, wo ich ja Teilnehmende habe, in deren Gesichter ich schaue und merke, welche Resonanz löst es aus von meinem Gesagten, was ich zum Beispiel angeboten habe. Und für dich wird es in der Marketing-Kommunikation intern wie extern, glaube ich, ähnlich ablaufen.
[Florian Simonis]
Absolut. Das ist natürlich dann auch die Frage von Daten und der Punkt, wo wir natürlich auch im digitalen Marketing dann sehr auf Daten angewiesen sind, weil wir eben nicht immer den oder die Kundin vor uns sitzen haben, die uns genau das zurückgibt. Aber im Grunde geht es genau darum.
[Claudia Schütze]
Aber es ist spannend, es ist doch noch ein Unterschied, weil ich habe eine relativ 1-zu-1-Connection sozusagen und ich kann eine Rückkopplung wahrnehmen, also jedenfalls in den Face-to-Face-Kontakten, die bei mir ja doch einen ganz großen Anteil ausmachen, aber schon ganz lange nicht mehr unsere einzigen Lernformate sind. Und dass du jetzt sagst, du brauchst eben Daten, um da auch mehr Informationen zu bekommen, finde ich zum Beispiel sehr interessant.
[Florian Simonis]
Ja, das muss ich dann quasi die Kunstfertigkeiten des Marketings dann sehr ins Klein-Klein begeben. Also, wie kann ich diese Daten erheben? Und wir sind natürlich auch bemüht, die Auswertungsmöglichkeiten von Daten zu verbessern, um eben dieses Feedback zu bekommen.
Aber wie schon gesagt, auf die Doppelrolle bezogen, die wir im Marketing haben, wir kommunizieren natürlich auch mit Kolleginnen und Kollegen und dabei kommen wir ja regelmäßig auch quantitatives wie eben auch qualitatives Feedback und damit dann eben auch weiterarbeiten. Und eine der Maßnahmen, wie wir unsere Kommunikation auch verbessern, um eben auch besser gehört zu werden, um mehr Erfolg zu haben, damit komme ich zu These Nummer drei, wenn ich hier den Überschlag machen darf, nämlich mit einem klaren Ziel zu kommunizieren. Das bedeutet zum einen, sich vorher Gedanken zu machen, was möchte ich kommunizieren, bevor ich anfange loszusprechen.
Und das andere ist, nur so viel zu kommunizieren, wie nötig. Und da hatten wir jetzt im Vorbereitungsgespräch eine schöne Geschichte erzählt, dass dein Lehrer das ein Zitat anscheinend immer wieder gesagt hat, nämlich, wenn du nach der Uhrzeit gefragt wirst, sollst du nicht erklären, wie die Uhr funktioniert.
[Claudia Schütze]
Absolut, ich erinnere mich gut.
[Florian Simonis]
Also tatsächlich nur so viel Informationen weiterzugeben, wie auch gefragt wird. Und ich möchte hier eine kleine Einschränkung machen. Ich denke, was man auch nicht ganz vergessen sollte, ist nämlich die soziale Funktion im Gespräch.
Das ist beim Kunden, wie auch bei internen Gesprächen, ist beides sehr wichtig. Wir kommunizieren nicht nur, um Informationen weiterzugeben, sondern auch, um soziale Verbindungen zu schaffen. Das ist beim Feedback besonders wichtig, in Feedback-Gesprächen beispielsweise.
Aber ich denke, das gilt auch mit gewissen Einschränkungen für jede Kommunikationssituation. Ich glaube, im Feedback-Bereich, da kannst du mich aber gleich gerne noch ergänzen, du sprichst mir auch gerne von Connection before Correction. Also bevor ich einen Wandel einleiten möchte bei jemandem, ist es wichtig, erstmal überhaupt eine Verbindung herzustellen.
[Claudia Schütze]
Ja, also würde ich absolut unterschreiben. Also vielleicht jetzt auch wirklich aus der Erfahrung aus vielen, vielen Trainings. Die Beziehungsebene gehört einfach wirklich auch dazu.
Und das ist ja das Schöne, was wir haben, wenn wir in diesem synchronen Kontakt mit Menschen sind, uns ein bisschen Zeit nehmen sollten und uns Mühe geben sollten, um genau das, was du eben gesagt hast, die Fachbotschaft auf das Wesentliche reduzieren, aber trotzdem sich Mühe geben, auf der Beziehungsebene Verbindung zu schaffen. Und das kann manchmal einzelne Worte sein, die das schon kreieren. Also ich weiß, wir haben im Vorgespräch auch mal über das Wort wir zum Beispiel gesprochen.
Es gibt bestimmt Kontexte, wo das nicht so gut daherkommt. Aber wenn ich zum Beispiel im Training von einem wir spreche und mit entsprechenden Gestiken das zum Beispiel zum Einsatz bringe zwischen den Teilnehmenden und mir als der Unterrichtenden in dem Fall oder Lehrenden, dann kann das auch eine sehr verbindende Wirkung zum Beispiel haben. Und da bin ich ein großer Freund davon, das doch zumindest in kleinen Dosen zu nutzen, um eine gute Beziehungsebene zu kreieren.
[Florian Simonis]
Ja, da stimme ich dir total zu. Ich denke, das leitet auch sehr schön über zu unserem nächsten These, nämlich der Frage nach der sogenannten authentischen Kommunikation. Das ist natürlich immer mit sehr viel Vorsicht zu genießen.
Ich glaube gerade, dass das Wort schrägt doch eher ab, als dass es wirklich eine positive Verknüpfung schafft. Ich würde es eher runterbrechen auf einen Satz, nämlich rede über die Themen, die dich interessieren oder so, dass sie dich interessieren.
[Claudia Schütze]
Das ist eine Spannung. Stopp, Floherne. Nochmal, du rede über die Dinge, die dich interessieren oder rede darüber so, als ob sie dich interessieren.
Habe ich das richtig verstanden?
[Florian Simonis]
Ja, nicht ganz. Da muss ich kurz einhaken. Oder so, dass sie dich interessieren.
[Claudia Schütze]
Ah, dass sie dich interessieren.
[Florian Simonis]
Das wäre wieder aus meiner Sicht zu sehr, dann versuche ich, in eine Rolle reinzuschlüpfen, die ich nicht habe. Aber ich denke, alle Themen, nehmen wir uns mal einen Bereich. Von tts reden wir über Software.
Wir können natürlich über Software sprechen, dann klingt das aber sehr technisch alles. Deswegen reden wir viel lieber eigentlich über Lösungen, über Anwendungen. Und mit diesen kleinen Nuancen versuchen wir auch schon deutlich zu machen, worum es eigentlich geht.
Nämlich unser Ziel ist es ja nicht, das perfekte Tool herzustellen mit 10.000 Funktionalitäten, sondern unser Ziel ist es, gutes Arbeiten, gutes Miteinander in einem professionellen Kontext zu ermöglichen. Und also Themen so darzustellen, dass ich auch selber verstehe, was der Mehrwert ist, dass ich selber verstehe, wo die Reise hingehen soll. Diese Vision dabei deutlich zu machen, worum es mir eigentlich geht.
Ich denke, das hilft sowohl mir dabei, dieses Energie und Enthusiasmus, mich dieses Themas anzunehmen. Aber das wirkt natürlich auch sofort auf die Zuhörerinnen und Zuhörer, die meine Begeisterung natürlich mitbekommen als menschliche Wesen, die davon angeschnuppert werden.
[Claudia Schütze]
Ja, absolut. Also ja, das gefällt mir total gut, was du eben gesagt hast. Und es ist interessant, was ich wiederholt hatte, gehört zu haben, glaubte gehört zu haben, ist zwar nur eine ganz kleine, feine, andere Formulierung, aber es macht einen großen Unterschied in der Bedeutung tatsächlich.
Nichtsdestotrotz glaube ich, manchmal hat es auch eine Notwendigkeit darüber, also was war meine Formulierung, darüber so zu reden, als ob es dich interessiert. Und tatsächlich würde ich sagen, ist es schon manchmal so, wir schulen ja auch Content, Inhalte, wo ich jetzt vielleicht denken würde, das hätte ich jetzt privat nicht davon geträumt, das zu lernen unbedingt. Und trotzdem schulen wir das genauso gut.
Und da gehört eben auch dazu, dich selber in einen Zustand zu bringen, dass du diese Begeisterung bei deinen Zuhörenden tatsächlich generieren kannst, weil du einfach so was Positives und Authentisches und Interessiertes und Glaubwürdiges ausstrahlst dazu.
[Florian Simonis]
Das ist eine gute Ergänzung. Ich denke, da ist das, was man so als professionelles Auftreten bezeichnet, auch wichtig. Also ich würde es übersetzen mit einem guten Handwerk.
Und ich glaube, gute handwerkliche Fähigkeiten können über sehr vieles hinweg helfen oder sehr vieles auch ausgleichen. Absolut wichtige Ergänzung.
[Claudia Schütze]
Sind das so deine Zutaten für ein perfektes Kommunikationsrezept oder hast du noch was für uns?
[Florian Simonis]
Ich habe noch einen letzten Punkt. Und zwar auch einen sehr wichtigen Punkt, nämlich es gibt nicht die perfekte Kommunikation. Das ist eine Erwartungshaltung, die mir auch mehrmals, auch bei mir selbst immer wieder begegnet.
Die Vorstellung, hätte ich nur mal in dieser einen Situation das Richtige gesagt. Hätte ich doch nur in der einen Situation genau dieses Wort verwendet. Ich glaube, das ist ein Anspruch, der uns, bei mir jedenfalls, bei mir selber kann ich es beobachten, der mich eher davor zurückhält, freier, ungezwungener zu kommunizieren.
Und ich fand das Bild eigentlich sehr schön, dass Kommunikation eigentlich eher eine Art Test ist, der mal positiver, mal negativer ausfällt. Aber was wichtig ist, ist der Fortschritt, den wir dabei machen. Also immer wieder Kommunikation anzupassen, Dinge neu zu lernen, kommunikative Hilfsmittel, die zu adaptieren, zu integrieren in meine eigene Kommunikation, meine eigene Sprache.
Und deutlich an diesen Fortschritt zu haben, aber sich von diesem Bild zu lösen mit, es gibt irgendwie den perfekten Kommunikator, es gibt den Menschen, der perfekt kommunizieren kann, der immer die richtigen Worte findet. Das ist, glaube ich, kein realistischer Anspruch, der uns weiterhilft.
[Claudia Schütze]
Ja, das würde ich unterschreiben. Und trotzdem, kleine Anmerkung, finde ich es schon auch total interessant, Menschen, die wir als scheinbar sehr souveräne Kommunikatoren wahrnehmen, was auch immer uns dann diesen Eindruck gibt, dass das Menschen sind, die sehr souverän kommunizieren können, da einfach gut zuzuhören. Und auch manchmal ein bisschen auf der Meta-Ebene zuzuhören oder zu lesen, je nachdem, in welcher Art von Kommunikation wir sprechen.
Und vielleicht aus dieser Meta-Perspektive Muster zu erkennen und zu gucken, ob es was ist, wo man sagt, das probiere ich einfach auch für mich mal aus.
[Florian Simonis]
Absolut. Und ich glaube, was ich damit natürlich auch nicht sagen möchte, ist, dass wir unsere Kommunikation nicht verbessern können. Das können wir definitiv.
Und dafür gibt es eben ganz, ganz konkrete Hilfsmittel, von denen ich auch gerne jetzt ein paar nennen kann.
[Claudia Schütze]
Ja, sag mal, bitte unbedingt. Ich weiß, wir haben im Vorgespräch darüber gesprochen, dass du ein paar Dinge hast, die du uns da mit an die Hand geben möchtest. Und ich würde sagen, ich freue mich auf die Details.
Also Florian, Hilfsmittel für die Verbesserung unserer Kommunikation. Magst du mal starten?
[Florian Simonis]
Sehr gerne. Also auch hier wieder, ihr merkt schon, ich versuche es klar zu strukturieren. Ich habe wieder fünf Punkte, die ich geben kann.
Der erste Punkt, den ich nennen möchte, ist die klare Sprache oder, wie es im Englischen schön gesagt wird, speak simply. Das heißt, was ich damit meine, ist, dass es wichtig ist, wie wir die Dinge sagen, um ein Verständnis zu erzeugen und damit eben dann auch einen Kommunikationserfolg zu erzielen. Jetzt, wie schaffe ich das?
Als ersten Punkt würde ich hier nennen, Ich-Botschaften. Das heißt, ich versuche, meine Sprache aktiv auszudrücken. Ich versuche zu verbalisieren.
Ich spreche und versuche weniger den Nominalstil zu pflegen. Das gilt sowohl, finde ich, sowohl für das Mündliche wie auch für das Schriftliche.
[Claudia Schütze]
Was übrigens, da würde ich auch ganz gern gleich was dazu sagen, Florian, auch in unseren Trainingskontexten was ganz Wichtiges ist, also die Lernenden direkt anzusprechen und mit einer Sprache, die ausreichend viele Informationen enthält, um klar zu sein. Ich glaube, das ist vielleicht eine gute grundsätzliche Kommunikationsregel, aber im Kontext von Lernen und ich habe extra auch nochmal mit unseren E-Learning Autoren im Vorfeld gesprochen dazu und eben auch die Erklärung bekommen, dass in einem E-Learning es ja keine Chance für Rückfragen gibt. Im Training kann ich das bieten, dann bin ich da und dann kann ich auch etwas nochmal erklären, aber im E-Learning gibt es die Chance nicht.
Und dann muss die Sprache so klar sein und sie muss direkt sein und den Lernenden konkret ansprechen, sodass klar ist, was die Aufgaben sind, die bei so einem E-Learning von dem oder der Lernenden verlangt werden im konkreten Moment.
[Florian Simonis]
Finde ich einen super, also ganz, ganz wichtigen Hinweis in der Tat. Du hast eigentlich auch meine zwei nächsten Unterpunkte schon vorweggenommen.
[Claudia Schütze]
Oh, ich wollte dir nichts klauen, Florian.
[Florian Simonis]
Das tut mir leid. Nämlich, wie du richtig gesagt hast, die konkrete Sprache und gleichzeitig direkt zu sein, also nicht zu viel, nicht zu wenig zu sagen. Also vorher zu überlegen, genau zu überlegen, was wir kommunizieren wollen.
Wie eingangs erwähnt, gerade in einem digitalen Kontext, das wird es umso wichtiger oder eben in einer digitalen Lernsituation. Wie auch schon von dir genannt, die klare, einfache Wortwahl. Um den Punkt noch ein bisschen auszuführen, ich kann beispielsweise von Fachbegriffen sprechen, also nicht unnötig Fachbegriffe zu verwenden, aber immer vor dem Hintergrund der Erwartungshaltung unseres Publikums.
Und das ist vielleicht ein schöner Punkt, um noch einen kleinen Exkurs zu starten zu den Anglizismen, die einen sehr schlechten Ruf haben, aber gerade auch in der Beratersprache natürlich gang und gäbe sind. Also es fängt bei den Pain-Points an, durch Change, Solution.
[Claudia Schütze]
Der Key-User fällt mir da ein. Vor vielen Jahren haben wir dann mit einem Lachen im Auge übersetzt und haben gesagt, hast du wieder Training mit deinen Schlüsselnutzern.
[Florian Simonis]
Jetzt muss ich natürlich sagen, als Historiker sehe ich natürlich auch klar, dass sich die Sprache wandelt, dass ich würde nie diese Forderung, die zum Teil da ist, dass man gefälligst nur, dass man sich auf die deutschen Worte finden sollte. Vor 100 Jahren, vor 150 Jahren war es eher das Französische, was diese Rolle übernommen hat. Eine fremde Sprache, die man integriert hat in die eigene.
Insofern bin ich da auch gar nicht zu konservativ unterwegs. Und was ich mit der Erwartungshaltung meinte, wir sind natürlich als Beraterinnen, als Berater in unserer Branche, treffen wir zum Teil auch auf Kundenerwartungen, die in die eine oder in die andere Richtung auch ausschlagen können. Also die natürlich auch erwarten, dass jemand, der sich für digitalen Wandel, für Change-Management interessiert, eben auch diese Fachbegriffe nennen kann.
Andererseits, da hast du vielleicht auch nochmal ein Gegenbeispiel, da kannst du natürlich auch in die andere Richtung gehen, dass das Verständnis wichtiger ist. Und insofern bin ich mit den Anglizismen, würde ich immer auf die Grundregel zurückkommen, wichtig ist es erstmal zuzuhören. Und wenn ich in einer Situation bin, dass ich beim Kunden vor Ort bin, erstmal zuzuhören, wie der Kunde spricht, wie man gegenüber spricht, wie auch man gegenüber sich vielleicht selbst beschreibt und darauf aufbauen, kann ich natürlich dann auch meine Sprache entsprechend anpassen.
[Claudia Schütze]
Ja, und ich glaube, da hilft sowohl auf den Internetseiten schon so ein bisschen zu recherchieren und zu lesen, das gibt glaube ich schon meinen ersten Eindruck, als auch einfach sehr achtsam in den Erstkontakten zu sein, was für eine Form von Sprache benutzt wird. Das war übrigens eben auch so ein Satz, Florian, welche Sprache benutzt wird. Welche Sprache von unserem, welche Sprache unser Gegenüber benutzt, wäre glaube ich die bessere Formulierung gewesen, richtig?
[Florian Simonis]
Wahrscheinlich, aber ich denke immer auch, vielleicht sind wir hier beim Thema Füllwörter. Wir haben natürlich alle auch Füllwörter, bei denen wir uns regelmäßig erwischen, dass wir sie zu oft einsetzen. Wenn wir uns aber gute Kommunikatoren, also männlich wie weiblich, anschauen, ich glaube letzten Endes achten wir gar nicht so sehr auf die Fehler, sondern wir sehen diesen Gesamteindruck, den eine Person vermittelt.
Und wenn wir zu sehr versuchen, immer perfekt zu reden, das meinte ich auch gerade eben mit dieser, es gibt keine perfekte Kommunikation, dann hemmen wir uns eher, dass wir uns frei machen. Also Mut zur Lücke und Mut auch zu sprechen und eher das aus sich herauszuholen, was in mir drin ist und wofür Sprache letztendlich das Kommunikationsvehikel ist.
[Claudia Schütze]
Ja, ich bin absolut bei dir. Ich mache eine ganz kleine Klammer und sage Ausnahme. Tatsächlich, wenn wir diese Lernmedien produzieren, wo wir sozusagen etwas produzieren, wo wir schon sehr genau darüber nachdenken müssen, wie wir die Sprache dort benutzen.
Und da glaube ich, bin ich dafür, wirklich auf eine sehr präzise Art und Weise mit Sprache umzugehen und lieber nochmal den Satz ein zweites Mal zu schreiben oder zu Rekorden aufzunehmen, als so Unschärfen, die irgendwie zu Fragezeichen führen, zuzulassen oder in Kauf zu nehmen. Ich weiß aber auch, dass man Menschen mit zu präziser Sprache auch zu Weißblut bringen kann. Also das ist das andere Ende der Skala, weil man mehr Worte benötigt, um präzise Umstände zu beschreiben, wenn sie eben sehr genau beschrieben werden sollen.
[Florian Simonis]
Absolut. Manchmal ist es sogar auch besser, natürlich Sprachbilder zu schaffen, die bewusst mehrdeutig sind, um aber eher die Gefühlsebene zu betonen, als jetzt eine besonders exakte Sprache zu verwenden. Korrekt.
[Claudia Schütze]
Okay, spannend.
[Florian Simonis]
Ein weiteres Hilfsmittel kann ich aber nochmal an die Hand geben.
[Claudia Schütze]
Sehr gerne.
[Florian Simonis]
Eine Sache, die mir gerade beim Bereich Social Media sehr wichtig ist, ist nämlich, dass es wichtig ist, konsistent zu kommunizieren.
[Claudia Schütze]
Okay, was meinst du genau mit konsistent kommunizieren, Florian? Das würde mich freuen, wenn du das nochmal erklären könntest.
[Florian Simonis]
Ja, sehr gerne. Wir Menschen sind natürlich alle Gewohnheitstiere. Ich muss auch selber sagen, ich habe eine kleine Tochter und da merke ich jeden Tag aufs Neue, wie wichtig es für sie ist, klare Ansagen zu bekommen, klare Rituale zu haben.
Das kann das Gute-Nacht-Ritual sein. Auf den Berufskontext bezogen trifft das ein Stück weit aber, denke ich, genauso zu. Ich würde sagen, es ist besser, weniger und dafür zuverlässig zu kommunizieren, als entsprünglich zu kommunizieren.
Also besser quasi alle drei Wochen eine Mail zu verschicken, die nicht zu lange ist, über Neuigkeiten zu informieren, als einmal im halben Jahr eine ellenlange Mail zu verschicken, die dann wiederum gelesen wird. Das fasst das, glaube ich, ganz gut zusammen.
[Claudia Schütze]
Macht, glaube ich, totalen Sinn. Wissen wir, glaube ich, eigentlich auch alle, aber es ist manchmal schwierig, das im Alltag wirklich auch so einzutakten, dass wir diese Regelmäßigkeit und diese Konsistenz auch wirklich sicherstellen können. Aber es ist gut, dass du es nochmal erwähnt hast.
[Florian Simonis]
Ja, und ich glaube, da hilft es. Also es kann auch, klar, wie du meinst, das ist natürlich eine Herausforderung, die Konsistenz herzustellen. Gleichzeitig kann es auch befreiend sein, wenn wir nämlich, wenn wir quasi sehen, ich muss eben nicht eine besonders lange Mail schreiben, sondern es reicht auch, eine kurze Info zu verschicken, die aber dafür konsistent in sich geschlossen bleibt.
[Claudia Schütze]
Ja, es rattert gerade in meinem Kopf, Florian, ich teile nochmal Gedanken mit dir. Also wenn es um diese Konsistenz geht, wir reden im Learning ja jetzt nicht nur von Training und E-Learning, sondern eben auch zum Beispiel in der Zwischenzeit von solchen Formaten wie User Communities oder Communities of Practice, die wir aufbauen und unterstützen. Und ich glaube, da ist eben auch ein total wichtiger Punkt sowohl für uns, wenn wir das betreuen, als auch für Menschen in Organisationen, die das aus eigener Kraft heraus aufbauen, zu sagen, dort eine gewisse Konsistenz sicherzustellen.
Was nützt mir ein Posting in der Community, also eine Betreuung der Community, so wie du es eben gesagt hast, einmal im halben Jahr? Und dann denke ich lieber, nee, dann machen wir einen Redaktionsplan. Und in diesem Redaktionsplan vermerken wir kleine, knackige Themen, die wir in die Community einspeisen wollen, die wir diskutieren wollen, wo wir gerne Feedback haben wollen, mit einer Frequenz, die regelmäßig ist, also vielleicht jede Woche, vielleicht alle zwei Wochen, vielleicht alle drei Wochen.
Das ist egal, aber dass wir diese Konsistenz sicherstellen, das ist schön, dass du meinen Gedanken dazu eben gerade noch mal ein bisschen angeregt hast.
[Florian Simonis]
Sehr gerne. Ja, das Schöne ist auch in Konsistenz, auch wenn dann mal beispielsweise ein Mailing, eine Sitzung ausfallen sollte, dann spielt es auf die lange Sicht keine Rolle. Das ist ein bisschen, du kürzlich das Beispiel, oder den Vergleich gehört zu Muskeltraining.
Wenn ich in der Woche dreimal für 20 Minuten trainiere, ist das besser, als wenn ich einmal im Monat für Ausgabe und dann total erschöpft bin.
[Claudia Schütze]
Und Muskelkater habe, bis zum Absenken hinterher. Genau.
[Florian Simonis]
Das sind die kleinen Dinge, die über die Zeit den Wandel bewirken und auch die Aktion fördern.
[Claudia Schütze]
Absolut. Finde ich übrigens ein schönes sprachliches Bild mit dem Muskeltraining und dem Muskelkater. Das ist ja übrigens auch, glaube ich, eine Regel für die Kommunikation oder für die Benutzung von Sprache, dass man, dass wir deutlich eingängiger kommunizieren können, wenn wir zum Beispiel mit sprachlichen Bildern, mit Analogien arbeiten.
Und das war eben gerade ein ganz schönes Beispiel dafür, fand ich.
[Florian Simonis]
Um die Überleitung gleich aufzugreifen, das wäre letztlich auch ein weiterer Tipp gewesen, den ich an unser Publikum hier habe. Nämlich, dass ein ganz wichtiger Punkt, den ich sowohl im Schriftlichen, wie eben auch im Mündlichen immer betone, ist die Bedeutung von Struktur. Was meine ich mit Struktur?
Das ist zum einen das Physische, also Sprechpausen zu setzen nach jedem Satz, um eben unseren Zuhörern die Möglichkeit zu geben, Gedanken auch zu verarbeiten.
[Claudia Schütze]
Absolut, ja. Ist übrigens ganz doll schwer, finde ich, Sprechpausen einzuhalten. Und wir Trainer wissen aus eigener Erfahrung, dass man sich manchmal sehr disziplinieren muss, diese Sprechpausen wirklich einzuhalten.
[Florian Simonis]
Es ist sehr schwierig, auch ich selbst. Ich von mir kenne das Bedürfnis, auch viel auszudrücken, spannende Themen zu ärgern. Aber das Ziel, wie schon gesagt, ist ja die Kommunikation, das Verständnis auf der Gegenseite.
[Claudia Schütze]
Absolut. Aber es ist auch ein Aufmerksamkeit hochzuhalten. Ich hatte dir ja im Vorgespräch erzählt, dass ich tatsächlich mal ein Training besucht hatte zum nonverbalen Gruppenmanagement bei Michael Grinder.
Dort gab es zum Beispiel tatsächlich auch eine Sache, die man uns mitgegeben hat, dass man zwischen den Sätzen sozusagen wirklich gedacht zählen sollte, um eine Garantie zu haben, dass man diese Pausen einhält. Und damit eben, weil man da nicht atmet, weil man sonst nichts weiter tut, auch die Aufmerksamkeit des Publikums behält. Und darum geht es uns in Kommunikation ja auch, dass wir schaffen, dass die Leute am Ball bleiben bei dem, was wir zu sagen haben.
[Florian Simonis]
Ja, ein sehr schönes Beispiel. Ich kenne wahrscheinlich auch viele den einen oder die andere Lehrerin, die man in der Vergangenheit hatte in der Schule, die es irgendwie so mühelos geschafft hat, ohne die Stimme zu erheben, allein durch Pausen Spannung zu erzeugen und Disziplin auch zu erzeugen. Jetzt ist natürlich Disziplin nicht das, was wir uns im Business Kontext erhoffen, aber Aufmerksamkeit.
[Claudia Schütze]
Aufmerksamkeit, genau. Absolut. Weil ich glaube, es geht uns ja auch darum, wenn wir, wenn wir Zeit eingeräumt bekommen und Zeit ist ein hohes Gut im Business und wir Ideen vorstellen dürfen, die uns umtreiben, von denen wir glauben, dass andere davon profitieren können, Ideen, die wir, die wir in Organisationen vorantreiben möchten, dass wir diese Zeit möglichst so nutzen, dass wir gute Inhalte transportieren.
Klar, das steht außer Frage, aber dass wir die Inhalte eben auf eine Art und Weise präsentieren, sodass die Zuhörenden sagen, ich bin wirklich bei dem, was jetzt und hier passiert. Und das schaffe ich einfach auch mit Sprache und Kommunikation.
[Florian Simonis]
Definitiv. Und ein weiteres Hilfsmittel, was mir dabei hilft, genau das zu erreichen, neben den von dir bereits erwähnten Sprachbildern, da geht es in vielen Richtungen um Storytelling, sind auch gerade so rhetorische Stilfiguren. Was ist das?
[Claudia Schütze]
Was ist eine rhetorische Stilfigur, Florian?
[Florian Simonis]
Natürlich sehr, sehr viele, aber um ein Beispiel zu nennen, wenn ich eine Aufzählung mache, die ich aus dem Schriftlichen natürlich sehr gut kenne, schreibe ich ja mal gerne erstens, zweitens, drittens. Das kann ich natürlich auch mündlich machen, wenn ich sage, ich habe euch drei Punkte vorzustellen. Erstens, dann erzähle ich den Punkt.
Zweitens, dann kommt der nächste Punkt. Und das sind Strukturen, die mir selbst, aber auch dem Publikum helfen, mein Denken logisch zu verketten und zu verarbeiten.
[Claudia Schütze]
Und wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer ganz genau zugehört haben, genau das hat Florian schon die ganze Zeit gemacht in unserem Gespräch. Florian, also du beherrschst das hervorragend.
[Florian Simonis]
Also ich bin natürlich auch nur ein Lernender, aber genau, das ist einer der Dinge, die ich sehr hilfreich finde in der Tat. Vielleicht darauf aufbauend, manche kennen das vielleicht auch von Interviews, Interviewsituationen, in denen sie sich bereits gefunden haben. Da gibt es beispielsweise die sogenannte Star- oder Stare-Interview-Technik.
Auch das ist also eine gedankliche Hilfstellung, eine Sprachtechnik, die mir dabei helfen soll, meine eigenen Gedanken zu strukturieren und eben dann auch sprachlich zu vermitteln.
[Claudia Schütze]
Magst du das ganz kurz mal für unsere Zuhörerinnen erklären, was genau diese Interview-Technik beinhaltet oder wie sie funktioniert?
[Florian Simonis]
Also wir können natürlich alle die Situation, dass wir im Interview gefragt werden, erzählen sie mal von einem Ereignis, bei dem sie besonders wirksam ein Problem gelöst haben, wenn sie so besonders erfolgreich waren. Das ist natürlich erstmal eine sehr, scheinbar eine sehr harmlose Frage, da kann aber viel, viel dahinter stecken. Und Stare oder Star steht eben für, wie der Englisch, Situation, Situation, Task, Aufgabe, Action, also die Handlung, Result, Ergebnis.
Und das E, was man eben dazu nehmen kann, Evaluation, also die Auswertung. Das heißt, wenn ich jetzt diese Frage gestellt bekomme, fange ich damit an, erst mal die Situation zu schildern, in der ich mich befunden habe. Dann gehe ich darin über, über meine Aufgabe zu sprechen, die ich aufgrund dieser Situation bekommen habe.
Die Action folgte nach, also welche Handlung habe ich durchgeführt? Und schließlich, welches Ergebnis, das Result kam dabei raus? Und der letzte Punkt, den ich eigentlich auch sehr wichtig finde, die Evaluation, also die Auswertung.
Wie schaue ich inzwischen auf diesen Vorgang? Und was es schafft oder was es ermöglicht, ist eine Transparenz und eine sprachliche und gedankliche Klarheit, die auch dem Gegenüber hilft, meine Vorgehensweise besser zu verstehen.
[Claudia Schütze]
Ja, verstehe ich, gut.
[Florian Simonis]
Ich denke, um hier noch mal einen Punkt anzuknüpfen. Viele, wenn von Storytelling gesprochen wird, Storytelling ist, wenn man es ganz arg banalisieren möchte, nichts anderes, finde ich. Storytelling versucht, Schablonen zu finden für unser Denken, die uns dabei helfen, intuitiv den Mehrwert, würde man jetzt im Marketing sagen, also den Nutzen von bestimmten Produkten klarzumachen, herauszuarbeiten.
Um ein Beispiel zu nennen, es gibt eben beispielsweise die Marke Storybrand von Donald Miller. Der hat sich gerade Filmplots angeschaut und hat dabei bestimmte Strukturen festgestellt, die alle relativ ähnlich sind. Die gehen wiederum zurück auf die griechische Tragödie, auch wenn er das, glaube ich, nicht so klar sagt.
Aber da soll man sich dann darstellen als der Begleiter, der Mediator, der Unterstützer, eine Art Yoda, um mit Star Wars hier Popkultur reinzubringen, der den Kunden auf dem Weg begleitet bei seiner Herausforderung, die er dann meistert und dann letztendlich die Katarsis erfährt, also die Reinigung und die glorreiche Zukunft. Die alle funktionieren aber, glaube ich, nach einem ähnlichen Prinzip, nämlich Schablonen für unser Denken zu finden.
[Claudia Schütze]
Ja, das glaube ich auch. Aber ich glaube, dass es gar nicht so ganz einfach ist, diese Schablonen, so wie du das jetzt benannt hast, in unsere Business-Situation oder auf unsere Business-Situation immer anzuwenden. Und mich beschäftigt dieses Thema auch gerade sehr.
Und mein Wunsch ist es ein bisschen, das auch mehr in unsere Lernkontexte, in unsere Trainingskontexte zu bringen. Und ich glaube, dass das schon die hohe Kunst ist, diese Struktur dort anzuwenden. Ich glaube, am Anfang sind es aber vielleicht eher auch kleine Stilmittel, die man verwendet, also eben wie zum Beispiel dieses Das-ist-wie oder dass man mit Metaphern arbeitet, Szenarien aus dem Alltag verwendet, mit denen jeder und jede was anfangen können beispielsweise.
Also das sind vielleicht so Tipps oder eben auch bestimmte Dinge, über die wir reden oder die wir schulen wollen tatsächlich, manchmal auch die zu personifizieren und die dann beispielsweise, keine Ahnung, zu interviewen, die Sache zu interviewen und erzählen zu lassen, was sie für, ja, was sie ausmacht, was sie verbessern würde, wenn sie zum Einsatz käme und, und, und. Und ich glaube, das sind in der Tat Themen, wo wir im Learning ganz, ganz, ganz viel vom Marketing tatsächlich lernen können. Florian?
[Florian Simonis]
Es ist, finde ich, eine sehr schöne Beobachtung. Und ich höre, das höre ich natürlich auch gerne. Ich fand den Punkt interessant, den du zuletzt genannt hattest, mit der Personifizierung im Marketing hast du wahrscheinlich auch schon gehört, den Begriff von den Bias Personas.
Also wir versuchen, uns Personen zu überlegen, die einen Service, den wir anbieten oder ein Produkt, das wir anbieten, verwenden. Und dann kann man diese, natürlich ein Stück weit auf Daten basierenden, aber eben doch auch hypothetischen Personen anlegen und dann eben versuchen, die eigene Kommunikation zielgerichtet auf diese Bias Persona zuzuschreiben, zu schneiden. Und das spricht genau diesem, diesem Ansatz, wie du ihn gerade beschrieben hast und hilft uns dabei, eben klarer in unserer Kommunikation zu werden und zielgerichteter zu sein.
[Claudia Schütze]
Und wenn du das jetzt so sagst, Florian, ich will mich jetzt nicht an der einen Sache festfressen, aber ich finde es so spannend gerade, weil, weißt du, im Training tun wir ja unbewusst wahrscheinlich auch nicht, also sehr bewusst, aber zum ersten Schritt auch nichts anderes. Wir versuchen vielleicht nicht immer jetzt schon in der Sprache Personas zu definieren. Ich glaube, dass das nochmal ein anderes Konzept ist, aber auf jeden Fall arbeiten wir mit Rollen, die wir analysieren und von denen wir wissen, was sie im Unternehmenskontext für Aufgaben erfüllen müssen.
Und für uns geht es ja oft dann darum, dass wir Software schulen für Menschen, die eben bestimmte Rollen in der Organisation ausfüllen, zu gucken, was müssen die können, was müssen sie beherrschen, was müssen sie besser oder anders verstehen und wo müssen sie auch definitiv anders handeln in der Zukunft. So, und glaube ich, das machen wir sowieso schon. Und wenn wir dann aber tatsächlich uns eben auch noch vorstellen, dass es Anwenderinnen und Anwender gibt, zukünftige, die eben eher IT-affiner sind, die eher virtuell affiner sind, die eher in Communities unterwegs sind und andere, die das aber ganz schön finden, wenn man in so einen Trainingsraum kommt und so einen One-to-one-Kontakt hat, vielleicht im Coaching sogar, im Arbeitsplatzcoaching oder eben als Teil einer Gruppe eben in so einem Live-Kontext im Trainingsraum ist. Und ich glaube, das macht am Ende das aus, dass wir wirklich, ja, wie sage ich das, passgenau ist immer so ein Wort, was wir oft verwenden, passgenaue Angebote für unsere Lernenden machen können.
Also das finde ich gut, dass du das eben noch mal reingebracht hast mit dieser Personifizierung, die man, glaube ich, in vielerlei Richtungen verstehen kann. Aber das ist auch ein Aspekt davon tatsächlich.
[Florian Simonis]
Also Claudia, wenn du noch eine Karriere im Marketing anstrebst, sind glaube ich alle Wege offen, kann ich dir eine Stellungnahme abschieben.
[Claudia Schütze]
Ich komme darauf zurück, Florian.
[Florian Simonis]
Sehr schön. Was ich vielleicht als letzten Punkt, um damit unsere fünf Hilfsmittel auch abzufließen noch nennen möchte. Auch ein Punkt, der noch ein bisschen allgemeiner ist, der mir sehr wichtig ist in meinem Kommunikationsverhalten, nämlich transparent zu kommunizieren und Verantwortung für die eigene Kommunikation zu übernehmen.
Was meine ich damit?
[Claudia Schütze]
Gib mal ein kurzes Beispiel bitte für uns.
[Florian Simonis]
Wir kennen alle die vielen Floskeln im Berufsalltag, die uns ständig über den Weg laufen oder die wir selber gerne verwenden. ASAP, as soon as possible. Also ich werde ihre Anfrage ASAP beantworten.
Natürlich nur die Frage, was heißt dann ASAP? Ist es heute, ist es morgen, ist es nächste Woche? Oder wir prüfen den Vorgang.
Also danke für Ihren kritischen Hinweis. Wir prüfen den Vorgang. Auch wieder erst mal sehr, sehr zurückhaltend.
Oder eine Sache, die ich persönlich versuche, auch in meinem privaten Umfeld abzulegen. Das habe ich nicht geschafft. Da hatte ich keine Zeit mehr dafür.
Tut mir leid. Wobei, da gehe ich auch schon zu weit. Also dieses mit, das habe ich nicht geschafft, dafür hatte ich keine Zeit, ist ja so eigentlich nicht ganz korrekt.
Weil Zeit haben wir alle sehr viele. Die Frage ist natürlich nur, habe ich jetzt die acht Stunden zwischen zwölf Uhr Mitternacht und acht Uhr morgens genutzt zu schlafen? Oder die Zeit hätte ich ja theoretisch doch auch gehabt, diese eine Mail fertig zu schreiben.
Das Beispiel mit dem Schlaf ist natürlich etwas unfair, weil da wahrscheinlich noch mehr Verständnis ist. Aber Verantwortung für meine Handlung in der Kommunikation zu übernehmen, erlaubt hingegen Transparente meinen Handeln zu begutachten und auch einen Austausch stattfinden zu lassen, der dann eher auf einer Sachebene stattfindet. Also anstatt zu sagen, ich hatte keine Zeit mehr, kann ich sagen, ich hatte eine andere Sache, die wichtiger war aus den und den und den Gründen.
Und deswegen habe ich dein Vorliegen nach unten priorisiert. Und das kann ich natürlich kritisieren. Da kann ich sagen, warum hast du das priorisiert?
Mir wäre es lieber gewesen, wenn du das andere priorisiert hättest. Aber dann reden wir auch schon wieder über Priorisierung. Und dann sind wir eben auf dieser Sachebene und nicht mehr auf der Beziehungsebene.
[Claudia Schütze]
Ja, das stimmt. Das ist, glaube ich, ein guter Punkt, weil der tatsächlich so klein dieses Beispiel jetzt auch gerade war eben, auch nochmal viel aufgreift von dem, was wir vorher gesprochen haben. Sei persönlich, also sei präzise, sei persönlich, sprich von dir oder sprich, wenn du für andere etwas kreierst, sprich von du, sprich die Leute direkt an oder sprich direkt über dich.
Und das haben wir alles vorher auch schon erwähnt als wichtige Punkte. Und in diesem ganz kleinen Beispiel eben kam das ja gerade alles nochmal zusammen.
[Florian Simonis]
In der Tat. Ich finde, das greift das sehr schön auf mit den Ich-Botschaften. Und es gilt natürlich zu sagen, im Marketing, Gott, warum soll wer da transparent kommunizieren?
Wäre es nicht besser, irgendwie das Blaue vom Himmel zu erzählen? Glaube ich nicht. Ich glaube, das Marketing, was sich so versteht, dass es quasi nur sich irgendwas ausdenkt, dass es auf lange Sicht nicht kommunizieren kann.
Ich möchte jetzt hier nicht, Herrn Kliemann möchte ich jetzt nicht erwähnen, aber ich glaube, wenn wir nachhaltig, langfristig kommunizieren wollen, dann ist das sowohl im Privaten, wie eben auch zwischen Kolleginnen und Kollegen, aber eben auch in der Auskommunikation wichtig, eine gewisse Transparenz zu haben.
[Claudia Schütze]
Absolut. Und eben auch in unseren Learning-Kontexten. Also vielleicht kann ich noch meine Kollegin zitieren, mit der ich vorher noch gesprochen habe, da ich häufig noch mal ein bisschen so zum Thema E-Learning nachgefragt.
Und da, glaube ich, ist dieses Präzise ja noch viel wichtiger als in dem Kontext, in dem ich mich eben bewege, weil es nur diese eine Chance gibt. Die eine Chance, in die der Lernende Aufgaben, Anweisungen liest und verstanden haben muss, was er tun soll. Und sie gab mir so eine schöne Formulierung mit, und die würde ich einfach gerne noch mal zitieren, sozusagen.
Sie sagte, E-Learning ist ein bisschen wie eine Coaching-Situation. Und das reicht vielleicht alleine noch nicht, es brauchen vielleicht auch noch visuelle und grafische Kontexte. Aber unter Coaching können wir uns alle was vorstellen.
Da sitzt ein Mensch mit einem anderen Mensch zusammen, und es gibt vielleicht eine Frage oder eine Situation, und darauf wird eingegangen. Da wird erklärt, da wird geführt, vielleicht werden einfach auch nur Fragen gestellt. Und wenn ich mir das so ein bisschen als bildhafte Vorstellung nehme, um dann vielleicht die Texte für so ein E-Learning oder eine andere Lernsituation zu entwickeln oder Aufgaben, dann glaube ich, dass das eigentlich das Ergebnis nur gut sein kann.
[Florian Simonis]
In der Tat, und was ich auch immer persönlich wahrnehme, ist diese Befreiung, die dadurch kommt, dass ich diese Transparenz herstelle. Weil ich mich eben nicht mehr verstecken muss hinter bestimmten Floskeln, immer mit der Angst, dass das dann entsprechend falsch verstanden wird. Auch Unklarheit von Kommunikation sorgt erstmal auch für einen erhöhten Stress, sondern es erlaubt das Reden über die Themen.
Und ich kann mich mit meinen Priorisierungen, meinen Handlungen, die ich gemacht habe, kann so nach außen treten und muss mich nicht verstecken. Und ja, deswegen.
[Claudia Schütze]
Jetzt haben wir über ganz viele Dinge geredet. Wir haben ein paar Elemente besprochen, die für gute Kommunikation da sind. Zutaten, konkrete Hilfsmittel.
Und ich glaube, wir haben eine ganze Menge Dinge beleuchtet. Mit einem Blick auf die Länge unseres Gesprächs würde ich sagen, lass uns doch mal gucken, was so die Quintessenz ist von dem, was wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben möchten. Oder besser, was du mitgeben möchtest.
[Florian Simonis]
Sehr gerne. Dann fange ich erstmal mit der Grunderkenntnis an. Es geht eben nicht darum, jemanden um den Finger zu wickeln, wie ich eingangs erwähnt habe.
Sondern es geht aus meiner Sicht darum, durch Sprache seinen Charakter, seine Persönlichkeit und seine Wünsche transparent zum Ausdruck zu bringen, also zu kommunizieren. Eben in einem professionellen Kontext, das heißt in einem geschulten und beherrschten Maße. Denn Kommunikation ist kein Selbstzweck.
Wir sprechen eben nicht, damit wir uns selber hören können, sondern Kommunikation ist immer bezogen auf unseren Kommunikationspartner, unsere Kommunikationspartnerin und auf die Situation. Und schließlich die letzte Zusammenfassung, den letzten Punkt, den ich sehr wichtig finde. Perfekte Kommunikation gibt es meiner Ansicht nach nicht.
Das ist ein offener Prozess. Und viel wichtiger finde ich stattdessen die Freude daran zu haben, diesen Prozess für sich selbst zu gestalten, Freude an Sprache zu haben und auch Lernbereitschaft und Offenheit sich selbst gegenüber und seiner Sprache zu haben.
[Claudia Schütze]
Super. Florian, ich finde das sehr sehr interessant, was du uns hier mitgegeben hast und was dich zu dem Thema Sprache und Kommunikation in unserem Arbeitsalltag so umtreibt. Und ich hoffe sehr, dass unsere Zuhörerinnen und Zuhörer daraus die eine oder andere wertvolle Anregung mitnehmen konnten.
Also ich habe welche mitgenommen. Vielen Dank dafür, Florian. Und vielleicht schon nach dem Hören des Podcasts vielleicht ein bisschen mit einem Meterohr unterwegs sind, wenn sie sich selber zuhören, wenn sie für das nächste Meeting irgendwas vorbereiten, wenn eine nächste LinkedIn-Kommunikation entworfen wird.
Und der Beispiel gäbe es jetzt noch ganz ganz viele fortzusetzen, aber eben Dinge, die uns in unserem Berufsalltag umtreiben. Und wenn wir dafür geschafft haben, ein bisschen eine Sensibilisierung hinzukriegen. Ich glaube, Florian, sowohl du als auch ich, man kann uns fragen.
Wir entwerfen gerne weiter Ideen und diskutieren weiter Ideen, wie man konkret oder wie ihr ganz konkret an konkreten Fragestellungen ein bisschen arbeiten könnt.
[Florian Simonis]
Absolut, dem kann ich nichts hinzufügen und ich bedanke mich auch fürs Zuhören an dieser Stelle von mir. Und auch wenn ihr Rückfragen haben solltet, ich bin selbst auch ein Lernender noch und lerne auch selber noch gerne hinzu und freue mich eben auch über Kommentare an der Stelle oder Anmerkungen, falls welche kommen.
[Claudia Schütze]
Florian, dann ganz ganz herzlichen Dank, dass ich dich heute gewinnen konnte, dass du mit mir diese Episode bestritten hast gemeinsam. Und unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, sage ich herzlichen Dank, dass ihr dabei wart und so wie Florian eben schon gesagt hat, wir freuen uns auf euer Feedback. Sagt uns, was ihr denkt, nennt uns vielleicht auch eure Beispiele, eure Erfahrungen und wir kommen super gern mit euch in Kontakt und tauschen uns aus und freuen uns drauf und sagen danke und tschüss und bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
[Florian Simonis]
Wiedersehen.
[Claudia Schütze]
Ach ja, habt ihr uns eigentlich schon abonniert? Das geht überall da, wo ihr eure Podcasts am liebsten hört. Lernlust gibt es alle drei Wochen neu und wir freuen uns sehr auf euer Feedback und vor allen Dingen auf den Austausch mit euch.
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