LERNLUST #2 // Organisationsinterne Barcamps (online)

Shownotes
Host:
Claudia Schütze, Senior Learning Consultant & Trainerin // LinkedIn
Gast:
Johannes Starke, Product Manager Learning // LinkedIn
Jöran Muuß-Merholz: Barcamps & Co. - Peer to Peer-Methoden für Fortbildungen
Feedback der Kolleg*innen zum #ttscamponline auf LinkedIn
Alle Episoden unseres LERNLUST Podcasts finden Sie auch auf:
Apple Podcasts | Spotify | Google Podcasts | Amazon Music | Deezer
Transkript
[Claudia Schütze]
Lernlust, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning.
[Susanne Dube]
Wir sind Claudia Schütze und Susanne Dube und wir sind Learning Consultants bei der tts und wir sind die Hosts dieses Podcastes.
[Claudia Schütze]
Und hier werden wir uns über Themen unseres Arbeitsbereiches miteinander austauschen, also alles, was Lernen in Organisationen heute und in der Zukunft betrifft.
[Susanne Dube]
Und wir werden uns von Zeit zu Zeit interne oder auch externe Experten in unsere Runde einladen. Und wir freuen uns, wenn ihr dabei seid.
[Claudia Schütze]
Hallo Johannes.
[Johannes Starke]
Hallo liebe Claudia.
[Claudia Schütze]
Schön, dass du da bist. Heute ein Gast in unserem Lernlust Podcast. Und Johannes, vielleicht magst du dich ganz kurz vorstellen, damit unsere ZuhörerInnen wissen, wer heute mit mir hier sitzt.
[Johannes Starke]
Sehr gern. Ja, ja, wir sind ja, wir sind ja KollegInnen. Ich bin Johannes Starke, mein Name, mein voller Name.
Ich bin Produktmanager im Bereich Learning bei der tts, arbeite da mit dir zusammen, Claudia, an Themen, wie sich durch die Digitalisierung Lernen in Organisationen verändert. Und wir haben ja ein gemeinsames Herzensthema, richtig?
[Claudia Schütze]
Absolut. Und über eins dieser Herzensthemen wollen wir heute reden. Und das sind Barcamps.
Johannes, magst du mal kurz eine Intro geben, wie wir eigentlich zu dem Thema gekommen sind?
[Johannes Starke]
Genau. Also unser erstes gemeinsames Barcamp-Erlebnis, das war 2019 auf der Corporate Learning Community, damals in Koblenz, ein öffentliches Barcamp, aus dem wir beide recht beseelt, würde ich sagen, rausgegangen sind und gesagt haben, das hat so gut funktioniert, das wollen wir auch gerne mal bei uns mit unseren KollegInnen ausprobieren. Aber bevor ich jetzt hier in die Details einsteige, sollten wir vielleicht kurz definieren, was Barcamps eigentlich sind und was sie so besonders macht, richtig?
[Claudia Schütze]
Genau, also du hast dir doch jetzt selber ganz schön den roten Teppich ausgerollt. Magst du mal beginnen, was ist denn eigentlich ein Barcamp, Johannes?
[Johannes Starke]
Also was die Organisatoren des Corporate Learning Camps immer so schön sagen, der Karl-Heinz Papel zum Beispiel, das Beste an klassischen Konferenzen sind doch oft die Kaffeepausen, weil wir da wirklich alle Menschen, die versammelt sind, an einem Ort in Austausch über die Themen geraten, die uns begeistern. Und diesen Spirit, den möchten Barcamps nutzen. In der Form, dass die OrganisatorInnen den Tag, den Raum, den Rahmen organisieren.
Aber die ganzen Themen, die eingebracht werden, die kommen von den TeilgeberInnen. Und hier haben wir es nämlich auch schon, Teilgebende statt Teilnehmende. Alle anwesend sind dafür verantwortlich, dass der Tag zu einem Erfolg wird.
[Claudia Schütze]
Absolut, Johannes. Und ich glaube, das lässt uns jetzt die Möglichkeit oder gibt uns die Möglichkeit, ein ganz kleines bisschen für unsere ZuhörerInnen einzutauchen in so ein kleines Regelwerk zu Barcamps. Also was sind so die Rahmenbedingungen für Barcamps?
Wollen wir die einfach nochmal teilen unter der Annahme, dass vielleicht noch nicht jeder der ZuhörerInnen und Zuhörer damit eigene Erfahrungen gemacht hat?
[Johannes Starke]
Genau, das machen wir. Und auch für alle, die es dann nochmal im Detail nachlesen wollen, wir werden in den Shownotes dann einen Link zu den ganzen Quellen, die wir hier verwenden, ergänzen.
[Claudia Schütze]
Genau. Und du hast es jetzt ganz schön erwähnt. Also für diese goldenen Regeln kann man gut nachlesen in einem Werk, was auch uns geholfen hat, über Barcamps von dem Joran Moosmeerholz.
Und diese Regeln haben wir genommen. Darum haben wir uns orientiert, aber wir haben sie nicht eins zu eins übernommen. Und jetzt haben wir schon so viel auf Regeln abgestellt.
Johannes, eine hast du auch schon genannt, nämlich jeder Teilnehmende ist auch Teilgebender in einem solchen Barcamp. Lass uns doch nochmal die restlichen der zwölf goldenen Regeln, für uns haben wir zwölf definiert, anschauen.
[Johannes Starke]
Genau, die zweite ist, es muss keinen Vortrag geben. Eine Frage, die ich als Teilgebender reinbringe, reicht.
[Claudia Schütze]
Und das war übrigens auch was, was wir als Erfahrung oder aus der Erfahrung gelernt haben. Das muss man im Zweifelsfall auch zwei oder auch mehrmals kommunizieren, weil in den Köpfen unserer Kolleginnen zumindest war eher die Vorstellung präsent, ich muss das doch vorbereiten. Also insofern ist das, glaube ich, eine sehr wichtige Regel.
So, eine nächste Regel wäre, wer das eigene Interesse nicht unter den Sessionvorschlägen findet, sollte selbst eine Session anbieten. Also ein bisschen flapsig besprochen, meckern, dass der Tag unspannend war oder das Barcamp unspannend war, gilt nicht. Sondern wenn ich Themen, die mich mehr interessieren, nicht finde, biete ich sie einfach selber an.
[Johannes Starke]
Genau. Und wenn man mindestens eine weitere Person findet, die dieses Thema auch interessiert, dann kann die Session stattfinden.
[Claudia Schütze]
Absolut. Und man kann als Sessiongeber selbstverständlich auch mehr als eine Session anbieten. Das sei jedem freigestellt.
Man kann aber dann eben leider nicht zu anderen Sessions gehen, um zu anderen Themen sich auszutauschen. Oh ja, das ewige Dilemma.
[Johannes Starke]
Fear of missing out. Das finden so viele Sessions parallel statt. Falls mich eine Session vielleicht doch nicht so interessiert, wie ich es gedacht habe oder ich denke, ah nee, das Thema hätte ich mir anders vorgestellt.
Ich möchte lieber woanders hin. Es gilt das Gesetz der zwei Füße.
[Claudia Schütze]
Absolut. Und da wir uns ja zwei unterschiedliche Formate noch ein bisschen anschauen werden, analog, physisch und digital, virtuell. Bei dem Letzteren ist das Gesetz der zwei Füße, wie wir alle in der Zwischenzeit wissen, ja deutlich leichter zu realisieren als das Aufstehen im Raum, wo man eben doch die Tür aufmachen muss und gehen muss.
[Johannes Starke]
Genau. Leitet uns auch über zu der nächsten Regel. Widme der Session, an der du teilgibst, eine volle Aufmerksamkeit.
[Claudia Schütze]
Absolut. Und Jan, das ist vielleicht für mich nochmal die Ergänzung. Wir haben das ja als organisationsinternes Barcamp gemacht.
Und unsere Erfahrung ist die, dass Kollegen eben dann doch ab und zu mit Kundenarbeiten zu tun haben. Und aus dieser Erfahrung heraus haben wir gesagt, wenn du da bist, sei da. Sei hundertprozentig da mit deiner Aufmerksamkeit und haben das einfach als Regel mit aufgestellt.
[Johannes Starke]
Die nächste Regel, du bist Gastgeberin und Moderatorin deiner Session. Also du bist nicht dafür verantwortlich, dass der Inhalt perfekt ist, aber sei eine gute Gastgeberin.
[Claudia Schütze]
Absolut. So und dann schließe ich daran an, an Gastgeber und Moderator schließe ich an, dass eine Session auch einen organisatorischen Rahmen braucht, der diszipliniert eingehalten werden sollte. Und das bedeutet, eine Session beginnt pünktlich und dauert exakt 45 Minuten.
[Johannes Starke]
Oh ja, genau. Und wenn dann der Gong ertönt, dann wäre es gut, wenn die zentralen Inhalte der Session im Vorfeld dokumentiert worden wären oder gerne auch noch im Nachgang.
[Claudia Schütze]
Genau. So, was aus einem Barcamp wird, das ist, glaube ich, immer so ein bisschen die Frage. Ja, das war toll, das war spannend, interessant.
Was wird denn jetzt daraus? Und da ist, glaube ich, noch mal eine ganz klare Botschaft, die wir senden wollen. Das bestimmen die Teilgebenden, was aus einem Barcamp wird.
[Johannes Starke]
Genau, ja und weil das so ist, gehört eine Form von Kontrollverlust zum Wesen eines Barcamps. Das ist ein Prinzip, was uns immer ganz wichtig gewesen ist, Claudia, stimmt's?
[Claudia Schütze]
Absolut und gerade für uns als Organisatoren. Also einfach dieses Verstehen, ich kann das bis zu einem gewissen Grad steuern, indem ich einen organisatorischen Rahmen aufbaue und damit dieses Format ermögliche. Aber ab da habe ich es nicht mehr in der Hand als Organisator.
Und ich glaube, alle, die schon mal mit Barcamps zu tun hatten, kennen oder aus organisatorischer Sicht zu tun haben, kennen diese Angst, was passiert, wenn es keine Session-Vorschläge gibt. Und ich glaube, das ist wirklich der Grund gewesen, warum wir diese Regel, die wir tatsächlich dazu addiert haben zu denen, die man eher so in der Literatur findet, am Herzen lag, das noch mal zu sagen, dieses Loslassen-Lernen, dieses Darauf-Vertrauen, dass etwas passieren wird. Gut, Johannes, das waren zwölf Regeln für Barcamps, die wir versucht haben, jetzt einfach noch mal ganz schnell zusammenzutragen.
Aber jetzt haben wir ja so ein bisschen gesagt, was ist der Rahmen und wollen wir noch mal ganz kurz auf die verschiedenen Formate eingehen?
[Johannes Starke]
Du meinst, wie wir es bei uns durchgeführt haben?
[Claudia Schütze]
Ja, vielleicht einfach noch mal, wir sind ja so mit unserem Feuer zurückgekommen, mit unserer Begeisterung. Was wir erlebt hatten, war ein physisch analoges Barcamp. Also 2019 war mein Erweckungserlebnis sozusagen in Hochkomma.
Und wir haben das tatsächlich auch dann sofort im Herbst 2019 gemacht, analog, physisch, und haben aber dann, und das soll jetzt auch ein bisschen vielleicht die Basis unseres weiteren Erzählens werden, ein virtuell-digitales Barcamp ausgerichtet in 2020.
[Johannes Starke]
Richtig, genau. Das war ja ein Datum, wo wir uns eigentlich, wenn es Covid-19 erlaubt hätte, zu einem Sommer-Event getroffen hätten. Also so richtig mit Spaß und Sport und gemeinsam feiern.
[Claudia Schütze]
Und die ganze Firma, das müssen wir auch noch dazu sagen, das sind in Summe, waren wir…
[Johannes Starke]
315, glaube ich, waren wir zu dem Zeitpunkt.
[Claudia Schütze]
Ja, genau, denke ich auch, ja.
[Johannes Starke]
Genau, ja, da war dann dieser 18. Juni, ich habe es mir notiert, der in den Kalendern von allen KollegInnen stand. Es war dann schon absehbar, wir können uns dieses Jahr nicht zusammenfinden.
Und dann…
[Claudia Schütze]
Ja, und dann ist aber erst mal nichts passiert, weil wir, glaube ich, alle so beschäftigt waren mit dem Ankommen im virtuellen Arbeitsleben und mit vielen, vielen, vielen Neuorganisationen und einfach viel, viel, viel Arbeit auch. Und dann ist relativ kurzfristig von einem unserer Geschäftsführer, der nämlich diese physischen Barcamps mit uns schon erlebt hatte, diese Bereichs-Barcamps im Bereich Learning, die Frage an uns herangetragen worden, ob wir beide uns das vorstellen könnten, als Ersatz für das Sommer-Meeting ein virtuelles Barcamp durchzuführen.
[Johannes Starke]
Da haben wir natürlich sofort zugesagt.
[Claudia Schütze]
Und wir haben ja geschrien, Johannes, um ganz ehrlich zu sein, weil natürlich war unser großer Wunsch, dass diese Erfahrung dem ganzen Unternehmen zu ermöglichen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ermöglichen, ein Barcamp im Unternehmen mal erleben zu können.
[Johannes Starke]
Genau. Zwei Wochen Zeit hatten wir, von der Entscheidung bis zur Durchführung. Und genau, ich glaube, wir gehen ja auch gleich noch so ein bisschen darauf ein, wie wir es konkret gemacht haben, wie wir auch diese zwei Wochen vorher gefüllt haben.
Wollen wir vielleicht gerade nochmal so die Rahmendaten fertig zusammenfassen?
[Claudia Schütze]
Genau, sehr gerne. Also dieses, was wollten wir eigentlich erreichen, Johannes? Das ist zwar jetzt sehr speziell natürlich auch für uns, aber ich glaube, eine ganze Menge kann man adaptieren auf andere Kontexte.
[Johannes Starke]
Genau, genau. Also wie gesagt, wir hatten ja die 315 KollegInnen, die wir eingeladen haben, daran teilzugeben. Am ersten Account angezeigt, sind erschienen.
Und ja, mit denen hatten wir jetzt dann einen Nachmittag, den wir eröffnet haben, mit den Themen der erschienenen KollegInnen, der digital erschienenen KollegInnen. Ja, was war unsere Intention? Was wollten wir machen?
Also ich glaube, dieses Thema, dass wirklich mal alle zusammenkommen, was ja auch so die Essenz von unseren Sommermeetings ist, und sich austauschen über die verschiedenen Abteilungsgrenzen hinweg, mit den ganzen verschiedenen Themen, die wir sonst so im Arbeitsalltag nicht unbedingt in einen Topf werfen.
[Claudia Schütze]
Ja, absolut. Und wir wollten einfach auch eine Chance geben damit, also so wie das Barcamps eben ja auch eigen ist, die Kollegen auch sichtbar zu machen und vielleicht eben insbesondere auch Kollegen sichtbar zu machen, die sonst vielleicht gar nicht so in der Öffentlichkeit stehen bei uns im Unternehmen.
[Johannes Starke]
Ja, denn alle von uns haben ja ihre Themen, in denen sie richtig gut sind. Und ein Großteil der anderen weiß gar nicht, dass es da diese vielen Potenziale im Unternehmen gibt.
[Claudia Schütze]
Genau. Und einfach den KollegInnen die Chance zu geben, quasi ihre Themen zu platzieren. Also darüber Partizipation zu ermöglichen und die Bühne zu bieten, die eigenen Themen sichtbar zu machen und natürlich auch sich selbst damit sichtbar zu machen.
[Johannes Starke]
Ja, und auf diese Art und Weise lag uns natürlich auch sehr am Herzen die Begeisterung für diese Peer-to-Peer-Lernformate, von denen ein Barcamp ja nur eins von vielen ist, zu wecken, erfahrbar zu machen.
[Claudia Schütze]
Genau. Und einfach dieses Format auch ein Stück weit breiter in die Organisation zu tragen. Und natürlich war unser Wunsch auch, dieses Format für alle KollegInnen zu etablieren.
[Johannes Starke]
Was man, glaube ich, auch nicht vergessen darf, ist, dass die digitale Form der Zusammenarbeit sind wir traditionell ja schon relativ geübt. Aber dass jetzt alles nur noch aus den Homeoffices passiert und nur noch digitaler Austausch stattfindet, das war zu dem Zeitpunkt im Juni durchaus noch, ja, noch relativ frisch. Und wir wollten auch zeigen, dass Zusammengehörigkeitsgefühl auch auf eine digitale Art und Weise entstehen kann.
[Claudia Schütze]
Ja, das stimmt. Das war uns ein großes Anliegen. Und das ist heute nicht weniger aktuell, als es das im Juni 2020 war, denke ich.
Und was aber tatsächlich ein Thema für uns war, Johannes, war, dass wir zwar Teams schon, also MS Teams schon relativ längere Zeit bei uns im Unternehmen hatten, aber es wurde sehr unterschiedlich stark genutzt von den KollegInnen und Kollegen. Und für uns war es einfach die Chance, dieses Tool nochmal ja anders zu platzieren, anders zu positionieren und erlebbar zu machen für die KollegInnen und Kollegen.
[Johannes Starke]
Genau, genau. Und aus den Gründen haben wir ja Microsoft Teams als Plattform für das gesamte Barcelon ganz, ganz konsequent genutzt. Also der gesamte Ablauf von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Nachbereitung fand alles in Microsoft Teams statt.
[Claudia Schütze]
Gut. Johannes, dann glaube ich, haben wir ein bisschen erzählt, warum uns das so ein Anliegen ist, was unsere konkrete Erfahrung war und was unser Anliegen für eben ein sehr besonderes Format für dieses tts Camp Online war, der Hashtag nachher, den wir verwendet haben, für dieses firmenweite Barcamp.
[Johannes Starke]
Genau, kann man auch bei LinkedIn nachgucken. Unter dem Hashtag tts Camp Online gibt es durchaus ein paar Postings von KollegInnen, die, ich würde schon sagen, recht begeistert davon berichtet haben, oder? Es hat also funktioniert, offenbar.
[Claudia Schütze]
Ich glaube, es hat funktioniert und das hat am Ende auch eine Umfrage bestätigt, die wir, ich sage jetzt einfach mal, natürlich im Nachgang gemacht haben, weil uns das natürlich ein Anliegen war, auch mehr als unsere eigene, unser eigenes Gespür zu nutzen im Nachgang, sondern wirklich die Chance zu bekommen, die Kollegen und KollegInnen zu befragen, wie diese Erfahrung für sie war, was sie mitnehmen, was sie besonders wertgeschätzt haben, was sie aber vielleicht auch an Verbesserungswünschen haben. Und das haben wir gemacht und da haben wir, glaube ich, von vier möglichen Punkten, Johannes, haben wir 3,17 von den Kollegen bekommen. Ganz gut, würde ich sagen, oder?
Genau.
[Johannes Starke]
Wie haben wir das erreicht, Claudia? Wollen wir mal einen Überblick darüber geben, was im Vorfeld lief und wie es durchgeführt wurde?
[Claudia Schütze]
Ja, absolut. Ich glaube, das ist vielleicht auch das, was unsere Zuhörerinnen und Zuhörer interessiert, falls sie so Anregungen nutzen wollen für eigene Gestaltung. Also das allerwichtigste Anliegen war uns tatsächlich, diese Partizipation, wofür Barkämpfer Mörder ja stehen, nicht nur in der Durchführung zu ermöglichen, also in dem Stattfinden des Barcamps, sondern das bereits im Vorfeld auch zu leben, diese Prämisse oder diese Haltung.
Und es begann damit, dass wir natürlich irgendwie die Kollegen informieren mussten über das stattfindende Barcamp als Ersatz zu dem Sommercamp. Und wir haben, wie man das eben so tut, ein Einladungsschreiben senden wollen in die Organisation an alle Kolleginnen und Kollegen und haben dafür tatsächlich organisationsweit, wie sagt man, Johannes, Sponsoren gesucht im Sinne von, ich unterschreibe diese Einladung, dieses Einladungsschreiben. Und die haben wir auch wirklich gefunden.
Also wir hatten Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, aus Österreich, aus der Schweiz, aus Spanien. Wir hatten aus jedem Bereich der tts Kolleginnen und Kollegen dabei. Also aus dem Vertrieb, aus Marketing, aus Consulting, aus Training, aus der IT, aus dem Backoffice sogar.
Also ich glaube, das ist uns wirklich gut gelungen, dafür Mitstreiterinnen zu finden, die bereit waren, ihren Namen unter diese Einladung zu setzen.
[Johannes Starke]
Genau. Und ich erinnere mich noch, dass es einen großen Spaß gemacht hat, Wild in der gesamten tts-KollegInnen anzurufen über Teams und zu fragen, macht ihr mit? Nehmt ihr mit uns auch ein kleines Ankündigungsvideo auf, in dem ihr mit uns erläutert, was ein Barcamp ist?
Oder indem ihr vielleicht einfach nur sagt, ich freue mich auf euch, kommt mit. Und dann haben wir neben der Einladungsemail, die Ankündigung, dass da was kommt, haben wir dann ein Ankündigungsvideo aufgezeichnet.
[Claudia Schütze]
Genau, mit viel Spaß. Mit vielen Gesichtern und viel Spaß. Also zumindest scheinen die Kollegen den Spaß gehabt zu haben, als sie das rekordet haben.
Denn es ist ein recht lustiges Video geworden, finde ich jedenfalls.
[Johannes Starke]
Man sollte vielleicht auch dazu sagen, dass es uns wichtig war, dass die initiale Einladungsemail von der Geschäftsführung versendet wurde. Also von dem E-Mail-Account der Geschäftsführung, damit klar ist, dass auch was Offizielles hier, das hat den Segen der Geschäftsführung, dass sich dann die Geschäftsführung aber bewusst zurückgezogen hat und eben die ganze Kommunikation unterschrieben von den sehr vielen KollegInnen wurde.
[Claudia Schütze]
Genau, das ist ein guter Punkt, dass du den nochmal ergänzt hast, Johannes. So, und dann haben wir im Prinzip nochmal diese zwölf goldenen Barcamp-Regeln, die wir jetzt ja schon hier in dem Podcast so ein bisschen vorgestellt haben. Das haben wir auch als Video nochmal gedreht, sodass die Kollegen das auch nochmal asynchron zu einem Zeitpunkt für sich anhören, anhören und anschauen konnten, als es für sie gut gepasst hat.
Und angeschlossen daran hat sich dann aber schon recht schnell auch wirklich eine Darstellung der Details des Barcamp-Tages oder des halben Barcamp-Tages.
[Johannes Starke]
Genau, das war uns dann auch wichtig, dass da nicht eine Flut von E-Mail-Kommunikation folgt, denn wir wollten ja alles in Microsoft Teams ablaufen lassen. Deswegen folgte dann noch eine E-Mail, in der wir eingeladen haben, jetzt in einen vorbereiteten Kanal auf MS Teams, in ein Team auf MS Teams zu gehen und dort Session-Ideen einzubringen im Vorfeld, sich zu orientieren, wie wird der Tag ablaufen und so weiter.
[Claudia Schütze]
Genau. So, dann gab es aber irgendwie auch noch was Analoges und zumindest mir war das ein großes Anliegen und da zwei Wochen, das muss man jetzt vielleicht einfach auch sagen, für uns in der Vorbereitung grundsätzlich gereicht haben, aber diese zwei Wochen waren zu knapp, um jetzt noch sehr viele tolle Beigaben beispielsweise für das ja auch sehr übliche Abend-Event bei Barcamps mitzugeben. Also da müssen wir klar die Empfehlung aussprechen, sich dafür mehr Zeit zu nehmen für diese Geschichten, wie weiß ich, wenn man eine Flasche Wein verschicken möchte oder zusammen irgendwie Seife kochen möchte oder was auch immer es für Möglichkeiten heute ja gibt.
Also das braucht definitiv mehr Vorlaufzeit als die zwei Wochen, die wir hatten. Aber was wir hingekriegt haben, das war was, was die Kollegen extremst gewertschätzt haben und wo wir tatsächlich auch noch mal ein bisschen auf die eigenen Ressourcen zurückgegriffen haben. Wir haben nämlich unsere Grafiker befragt oder gefragt, ob sie Lust hätten, ein paar Collaboration-Cards zu designen und das haben sie gemacht.
Supergut, wie ich finde und die haben wir tatsächlich geschafft in zwei Wochen zu designen und zu drucken und just am Tag des Barcamps, zumindest bei den letzten Kolleginnen und Kollegen, auch in den Briefkasten zu befördern.
[Johannes Starke]
Oh ja, das war eine schöne Überraschung.
[Claudia Schütze]
So, Johannes, also dann haben wir so ein bisschen erklärt.
[Johannes Starke]
Genau, die Vorbereitung, was was im Vorfeld lief und dann haben wir die KollegInnen zu MS Teams eingeladen in einen Kanal, den wir Sessionplanung genannt haben.
[Claudia Schütze]
Aber sag mal, Kanal und Sessionplanung, das widerspricht doch jetzt ein bisschen diesem eigentlich gelebten Prinzip der Barcamps, dass diese Sessionvorschläge eigentlich erst in der Veranstaltung vorgestellt werden.
[Johannes Starke]
Das stimmt, Barcamp-TouristInnen würden uns dafür mit Sicherheit tadeln. Es ist ein Mittel, zum Beispiel für Menschen, die Barcamp-unerfahren sind, die eine gewisse Scheu haben, dann jetzt direkt spontan zu Beginn des Barcamp-Tages ihre Themen aus dem Ärmel zu ziehen, Orientierung zu geben. Also das erste Menschen-Vorgehen mit dem Beschreiben ihrer Session-Ideen, dass man so ein gewisses Gefühl dafür bekommt, was machen die anderen so.
Abgesehen davon hat es natürlich die digitale Vorbereitung, die Organisation der Struktur auf MS Teams deutlich erleichtert, dass wir so etwa wussten, wie viele Themen kommen da rein, dass wir schon mal Räume anlegen konnten, Links generieren konnten und so weiter.
[Claudia Schütze]
Also sind wir jetzt auch ehrlich, wir haben das auch ein Stück weit gemacht, um es für uns handelbarer zu machen. So und was wir dann noch in den Kanälen abgebildet haben, Johannes, waren tatsächlich auch die einzelnen Sessions, richtig?
[Johannes Starke]
Genau, wir haben dann den Tagesplan, den Leitfaden durch den Tag, den Sessionplan in Excel, glaube ich, aufgebaut und in das Team reingehängt.
[Claudia Schütze]
Und am Ende hatten wir, Johannes, tatsächlich 13 Sessions für zwei Zeitslots. Ich glaube, das haben wir noch gar nicht erwähnt. Und also wir hatten eben nur diesen Nachmittag, das muss man vielleicht noch mal kurz erklären.
Und damit war eben nach einem offiziellen Einführungsteil, wie das eben tatsächlich bei diesen Sommercamps sonst üblich ist, eben nur noch Zeit oder immerhin Zeit, vielleicht können wir es auch so positiv formulieren, für zwei Slots, für zwei Barcampslots. Und wir hatten 13 Sessionvorschläge und tatsächlich haben alle Sessions auch stattgefunden. Alle 13 haben wirklich stattgefunden.
[Johannes Starke]
Genau, genau. Wir hatten ja, glaube ich, acht, acht und acht, also 16 Slots, also Räume vorbereitet. Und ich glaube, zwölf sind im Vorfeld eingereicht worden und eine kam dann noch tatsächlich spontan zu Beginn des Barcamps dazu, richtig?
[Claudia Schütze]
Genau. Damit hast du, glaube ich, eben noch was ganz Gutes beschrieben. Wir hatten in diesem Wunsch auch selber ein bisschen Sicherheit in der vorbereiteten technischen Infrastruktur zu haben, einfach auch ein paar Sessions, sprich Besprechungen in Teams angelegt, die wir einfach so als Puffer haben wollten für den Fall, dass eben spontane Vorschläge noch kommen, ohne uns damit in zu großen Stress zu versetzen.
[Johannes Starke]
Wollen wir mal einen Überblick über den Ablauf des Nachmittags geben?
[Claudia Schütze]
Ja, mach mal, gerne, sehr gerne.
[Johannes Starke]
So, es ging los mit einer Eröffnung und einer kurzen Begrüßung durch die Geschäftsführer. Dann haben wir beide das Barcamp auch offiziell für öffnet erklärt, nochmal kurz zusammengefasst, warum wir hier sind, wozu wir die Kolleginnen und Kollegen einladen, nochmal ein kurzes Recap der zwölf goldenen Barcamp-Regeln und haben dann die Sessionplanung eröffnet, wo jeder Sessionhost kurz in drei Sätzen zusammengefasst hat, wozu er oder sie einlädt, was das Thema ist.
[Claudia Schütze]
Genau, also wir haben schon gepitcht, ganz normal, also so wie das üblich ist auf Barcamps und haben damit also auch für die Kolleginnen und Kollegen, die dann vielleicht eben leider doch keine Zeit hatten, sich das in dem Kanal in Teams vorab anzuschauen, auch nochmal eine Möglichkeit zu geben, kurz zu hören, was sind die Angebote, was sind die Themen, welche Formate finden statt. Ja, und damit, glaube ich, haben wir allen eine Möglichkeit gegeben, unabhängig von dem Zeitinvestment, was wir vorab hatten, dabei zu sein.
[Johannes Starke]
So, und dann startete Slot 1, 45 Minuten, wie sich das gehört. Dann hatten wir eine kurze Pause und dann begann Slot 2, also zwei Durchläufe hatten wir. Und danach haben wir uns alle wieder zusammengefunden für eine kurze Rekapitulation, Feedback und Überleitung in unser Abend-Event.
[Claudia Schütze]
Genau, und wir hatten gedacht, so wie sich das gehört für ein ordentliches Barcamp, bieten wir natürlich auch Abendprogramme an. Und übrigens ist das auch Bestandteil unseres Sommercamps natürlich, unseres Sommermeetings und haben Kolleginnen und Kollegen eingeladen, auch was anzubieten. Das heißt, wir haben auch DJs unter den Kollegen, das heißt, die haben den ein oder anderen Raum mit Musik bespielt.
Wir haben versucht, nette Bars zu eröffnen. Also gedacht haben wir uns viele gute Dinge. Funktioniert hat es eigentlich nicht so wirklich richtig gut.
Nicht, weil die Kollegen nicht Lust auf diese Geselligkeit hatten, das schon. Das Problem war aber Teams. Und da würden wir, Johannes, heute ehrlich sagen, dass wir definitiv ein anderes Tool wählen würden für diesen sozialen Teil am Abend.
[Johannes Starke]
Richtig. Kommen wir gleich, wenn wir in die Rekapitulation gehen, nochmal vielleicht ein bisschen detaillierter darauf eingehen. Lass uns nochmal kurz darauf eingehen, wie die Sessions eigentlich abgelaufen sind, was das für Themen waren, wie die Kolleginnen zusammengekommen sind.
Weil das fand ich ja ziemlich spannend, dass wir, wie das natürlich nicht anders zu erwarten war, sehr diverse Themen hatten.
[Claudia Schütze]
Das war aber auch genau das, was wir wollten, Johannes. Das hat super funktioniert.
[Johannes Starke]
Absolut, absolut. Wir waren wirklich aus allen verschiedenen Interessensgebieten. Es waren eher projektbezogene, eher geschäftliche Themen dabei.
Es waren auch eher privat motivierte Themen dabei.
[Sprecher 4]
Absolut.
[Johannes Starke]
Wir hatten vertriebliche Themen. Wir hatten produktnahe Themen. Wir hatten aber auch Beziehungen mit Kindern im Homeoffice.
[Claudia Schütze]
Wir hatten eine Session zu WOL zum Beispiel. Auch das hat stattgefunden. Und jetzt ist vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt, das nochmal schnell zu ergänzen.
Ich weiß nicht, ob wir das am Anfang so klar gesagt hatten. Es gab kein Oberthema über diesen Barcamp. Also es gab keine Überschrift.
Und damit war eben wirklich jedes Thema sehr herzlich willkommen. Johannes, und ein wichtiges Merkmal, das hatten wir anfangs auch gesagt, ist nochmal die Geschichte mit den Zusammenfassungen. Da haben wir in der Zwischenzeit ja auch einige Erfahrungen gemacht bei der tts mit den Zusammenfassungen der Sessions.
Magst du das mal ganz kurz für unsere Hörerinnen und Hörer noch vorstellen?
[Johannes Starke]
Genau, genau. Damit die Möglichkeit besteht, dass auch Menschen, die nicht die Chance hatten, an allen drei Sessions, die sie vielleicht in einem Slot interessiert hat, parallel anwesend zu sein und teilzugeben, dass eine Möglichkeit besteht, dass man zumindest so in Grundzügen mitbekommt, was in den anderen Sessions so passiert ist, in Form einer Zusammenfassung. Und das geht natürlich bei digital durchgeführten Barcamps noch viel, viel, also technisch noch viel, viel einfacher, als wenn man sich in Präsenz trifft.
Wir haben da einfach die Recording-Funktion von Teams verwendet und die Gruppen gebeten, die letzten drei, vier, fünf Minuten einer Session dafür zu nutzen, eine kurze Zusammenfassung gemeinsam aufzuzeichnen. Das wurde dann automatisch alles in Microsoft Stream hochgeladen und hat dann am Ende einen wunderbaren Reigen an Kurzzusammenfassungen gegeben.
[Claudia Schütze]
Und das Schöne ist, die sind halt heute immer noch da. Und das heißt auch Kolleginnen, die damals noch gar nicht im Unternehmen waren, wenn da andere davon berichten, was das für ein tolles Event war, dann hat jeder die Chance, sich diese kleinen Kurzzusammenfassungen halt immer noch anzuschauen.
[Johannes Starke]
Das hat ja auch Wirkung gezeigt. Also die Diskussion ist ja nicht abgeflaut, nachdem dann das Barcamp beendet war, sondern da gab es dann die Kolleginnen, die sich die Zusammenfassungen angesehen haben, gegebenenfalls auch so die Chat-Verläufe angesehen haben in den verschiedenen Kanälen und dann noch mal Rückfragen gestellt haben. Ich habe gesehen, ich habe da mit dem und dem Tool diskutiert, wie kann ich das denn auch mal ausprobieren und so weiter.
Das ist so langsam, langsam über die Wochen danach abgeebbt. Das fand ich einen wunderbaren Effekt. Man ist nicht auseinander gegangen und zack, war es beendet, sondern es fadete aus.
[Claudia Schütze]
Genau. Gut, Johannes, jetzt haben wir reichlich doch jetzt darüber gesprochen, wie wir das vorbereitet haben, wie wir es durchgeführt haben, wie wir es technisch umgesetzt haben und jetzt, glaube ich, ist ein guter Zeitpunkt noch mal so ein bisschen so die Nachschau zu machen. Und ich hatte ja ganz kurz erwähnt, dass wir tatsächlich die Kollegen hinterher befragt haben, wie diese erste Barcamp-Erfahrung im Unternehmen, im Gesamtunternehmen eben war.
Und du hattest, glaube ich, maßgeblich mit diesem Fragebogen entworfen, Johannes, und magst du noch mal ganz schnell zwei, drei qualitative Eindrücke für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer geben?
[Johannes Starke]
Richtig, also was durch die Bankweg sehr positiv betont wurde, war der bereichsübergreifende Impuls, dass wirklich eben Menschen aus allen verschiedenen Arbeitsgruppen zusammenkamen und natürlich, dass jeder die eigenen Themen mit einbringen konnte. Also genau das, was die Essenz eines Barcamps ist, wurde von den KollegInnen als solches wertgeschätzt und betont. Es gab natürlich auch kritische Stimmen, die zum Beispiel bemängelt haben, dass bei vielen Themen der konkrete Bezug zur täglichen Arbeit für sie nicht erkennbar war.
Dann die Frage, wie halten wir das Ganze jetzt eigentlich nach? Wir gehen jetzt zwar hier hochmotiviert auseinander, aber wie sorgen wir dafür, dass die Themen, die wir besprochen haben, dann auch übernommen werden in unsere tägliche Arbeit und weiter bearbeitet werden? Und dann gab es durchaus die Anregung oder der Hinweis, dass sich viele noch nicht erfahren genug fühlen, um sich vorzustellen, eine Gruppe an diskutierenden Menschen in einem digitalen Raum zu unterstützen, also auf moderierende Art.
[Claudia Schütze]
Weißt du, damals war das auch, ich meine, wir waren alle noch relativ neu in dieser Moderation von Online-Events, so muss man das einfach auch sagen. Und egal, ob dieses Event dann eben 20 Teilnehmer hatte oder zwei. Und das war sowas, wo wir gesagt haben, das war eine ganz tolle Anregung auch, die von den Kollegen gekommen ist, sodass wir relativ schnell natürlich auch darüber nachgedacht haben, wie können wir dann jetzt die Kolleginnen und Kollegen auch so schön gesprochen enablen, da diese Moderation einfach souverän zu machen im digitalen Raum.
[Johannes Starke]
Ja, wir sind jetzt ja schon mittendrin an Dingen, die wir gelernt haben, die wir beim nächsten Mal durchaus verbessern könnten.
[Claudia Schütze]
Genau, also so ein bisschen unsere Learnings. Lass uns die nochmal teilen mit unseren Zuhörerinnen und Zuhörern. Ich glaube, dass das auch wertvoll ist.
[Johannes Starke]
Absolut. Ein Thema hat mir vorhin schon kurz angerissen, die Party am Abend. Die war mit Teams, Bordmitteln etwas sperrig, weil man teilweise in Räume gegangen ist und da war dann niemand drin, dann musste man in den nächsten Raum gehen.
Da gibt es ja mittlerweile viele, viele Tools, die dieses informelle Partygespräch deutlich besser abbilden können. Wir haben zum Beispiel jetzt in den letzten Events, die wir durchgeführt haben, oft das Tool Wander verwendet, Gather Tower. Und wie sie alle heißen, da gibt es mehrere Tools, die dieses Zusammenfinden, Auseinandergehen und so weiter besser abbilden können.
Das Thema Vorlaufzeit hatten wir auch schon erwähnt, dass zwei Wochen echt knackig war.
[Claudia Schütze]
Genau, also die waren für uns gerade so machbar, dass vielleicht jetzt auch nochmal so ein bisschen an Menschen so die Erfahrung weitergeben, die auch über eine Durchführung selbst nachdenken, also um die Organisation. Das ging für uns, ging es irgendwie. Ein bisschen mehr Zeit wäre schöner gewesen, aber wo der Wunsch herkam, war von den Teilnehmenden tatsächlich, dass die sich mehr Vorlaufzeit gewünscht hätten.
Genau, und zu dieser berühmten Fear of Missing Out, du hast es ja vorhin schon erwähnt, kam definitiv das Feedback, es wäre schön gewesen, wenn wir mehr Slots gehabt hätten. Und eigentlich wäre es unser Wunsch auch gewesen, aber die Tagesorganisation gab eben einfach nicht mehr als zwei Zeitslots her, aber das wurde von den Teilnehmenden tatsächlich gewünscht.
[Johannes Starke]
So, und dann hatten wir zwar diese wirklich sehenswerten Zusammenfassungen, aber wir möchten in Zukunft mehr Vorschläge, Möglichkeiten den KollegInnen mitgeben, diese Themen, die sie dort bearbeitet haben, in ihren Arbeitsalltag mitzunehmen. Da kann man sich alle möglichen Gedanken machen, wie man sowas methodisch, strukturell verankern kann.
[Claudia Schütze]
Absolut, und ein Punkt, der uns auch beschäftigt hat im Nachgang, Johannes, war so ein bisschen das Thema Freiwilligkeit. Das hat, glaube ich, nicht nur uns beschäftigt, sondern das hat auch der Fragebogen uns zurückgespiegelt. Freiwilligkeit ist eins der Grundprinzipien eines Barcamps.
Ich glaube, das haben wir vorhin gar nicht so explizit erwähnt. Das heißt, die Leute sind da, weil sie da sein möchten. Und in einem organisationsinternen Barcamp ist vielleicht auch nochmal zu klären, ob die Kollegen grundsätzlich da sind, weil sie da sein möchten, oder weil sie eine Verpflichtung spüren, da sein zu sollen oder zu müssen.
Und da zumindest bei uns, das Sommercamp, da ist schon die Teilnehmer auch erwünscht, sagen wir es einfach auch so. Und insofern kann sein, dass dieses Freiwilligkeitsprinzip da ein bisschen kollidiert ist mit dem, was die Kollegen glaubten, was eine Erwartungshaltung sein könnte. Und das, müssen wir einfach nochmal anders besprechbar machen.
Und das ist auch ein Rat, den wir einfach anderen geben wollen. Überlegt euch, wie ihr dieses Thema zur Sprache bringt. Weil es wird sehr wahrscheinlich ein Thema werden.
[Johannes Starke]
Wenn wir jetzt zurückgucken, das Ganze ist jetzt ein Dreivierteljahr, ein knappes Dreivierteljahr her. Ich glaube, der Lerneffekt war ziemlich groß, oder? Das war schon ein Impuls, den das Barcamp zu sich brachte.
[Claudia Schütze]
Ja, ich glaube auch, dass es ein Impuls in die Organisation war. Und ich denke mal so, neben all dem, was wir so wollten, also da sagen wir jetzt einfach wirklich, was wir wollten, nämlich MS-Teams bekannter machen und dieses Format Barcamp einführen und erlebbar machen und Menschen sichtbarer machen. Das, glaube ich, hat alles ziemlich gut funktioniert.
Aber was ehrlich gesagt für mich viel mehr wiegt, ist, dass wir geschafft haben, diesen Barcamp-Spirit, so diese Barcamp-Flamme, diese kleinen Funken, die wir da gesehen haben, die sind weitergelodert. Die Funken sind geflogen und da gab es kleine Brandherde hinterher im positivsten Sinne des Wortes oder der Idee. Und diese Brandherde, Johannes, lass uns mal zusammentragen.
Bei uns ist echt eine Menge passiert, oder? Also ich weiß zum Beispiel, dass es ganz schnell Bereiche gab, die zum Beispiel die Idee von Lean Coffee aufgegriffen haben und umgesetzt haben.
[Johannes Starke]
Richtig, dann ist auch unsere interne Lernplattform Yammer hat einen deutlichen Aufwand erfahren, weil die Themen dann dort teilweise weiter diskutiert wurden. Die Organisationschronik, die wir jetzt gestartet haben, einfach weil wir gemerkt haben, es gibt so viel zu erzählen und es gibt so viele gute Momente, die wir teilen, von denen wir nicht voneinander wissen. Lasst uns die einfach mal niederschreiben, auch in einem Yammer-Kanal.
[Claudia Schütze]
Nicht zum Jammern, also im positiven Sinne. Wir haben gesagt, alles Gute, alles Schöne, alles Wahre in dieser grauen Corona-Zeit soll einen Platz bekommen und soll unsere Arbeitstage erleuchten. Und das Schöne ist, Johannes, die Idee kommt ja nicht von 300 Leuten, sondern die kommen irgendwie von einer, zwei, drei.
Und das trägt sich so weiter wie so ein kleines Sämchen auch. Und in der Zwischenzeit haben wir aber, ich müsste jetzt lügen, ich habe jetzt nicht gezählt, aber bestimmt 25 Einträge. Das ist, glaube ich, nicht zu hoch gegriffen, oder?
[Johannes Starke]
Nein, nein. Das waren auch wieder sehr, sehr unterschiedliche Einträge.
[Claudia Schütze]
Und sehr unterschiedliche, absolut, genau. Ja, und last but not least, Johannes, würde ich total gern nochmal dieses Thema des Peer-to-Peer-Lernformates nochmal ein bisschen unterstreichen. Barcamp ist ein Peer-to-Peer-Lernformat, ist ein agiles Lernformat.
Und wir haben geschafft, ein weiteres seitdem recht populär zu machen. Und das sind unsere Fridays for Learning. Und die gab es schon vorher.
Also es wäre jetzt gelogen zu sagen, die Idee ist auf dem Barcamp entstanden und dann ist sie irgendwie in die Organisation gegangen. Aber es hat einfach, seitdem hat es Fahrt aufgenommen. Es hat eine gewisse Kraft entwickelt.
[Johannes Starke]
Genau, Fridays for Learning, vielleicht noch sollten wir kurz erwähnen, was das eigentlich ist. Ja, sehr gerne. Entschuldigung.
Alle zwei Wochen öffnen wir einen Raum von Pi mal Daumen einer Stunde, wo KollegInnen Themen anderen KollegInnen vorstellen können, wo man sich treffen kann, um ein neues Tool, eine neue Methode auszuprobieren, wo man bestimmte Themen einfach mal diskutieren kann. Also auch Barcamp Spirit, jeder kann etwas beitragen, regelmäßig zu etablieren, jeden zweiten Freitag.
[Claudia Schütze]
Gut, Johannes. Jetzt haben wir eigentlich so die wichtigsten Dinge, glaube ich, doch eigentlich geteilt.
[Johannes Starke]
Ich denke auch, ja. Tatsächlich, wir haben ja über unsere Erfahrung auch schon auf dem vorletzten Corporate Learning Community Barcamp berichtet. Im Nachgang kamen auch einige Menschen auf uns zu, die selbst solche Barcamps planen, durchführen wollen.
Deswegen möchten wir alle Menschen, die uns jetzt hören, gerne einladen, mit uns in Austausch zu gehen.
[Claudia Schütze]
Absolut und sehr gerne auch nicht nur Austausch, sondern auch gerne, wenn ihr Fragen habt, wenn ihr Themen ein bisschen vertiefen wollt, wenn ihr vielleicht noch mal konkretere Anregungen haben wollt. Ja, also wir sind ansprechbar, sehr gerne anschreibbar, ansprechbar über unsere LinkedIn-Profile, Johannes, vielleicht in allererster Linie.
[Johannes Starke]
Und natürlich auch ansonsten gerne per E-Mail oder allen anderen Kommunikationskanälen.
[Claudia Schütze]
Also soll heißen, fühlt euch herzlich eingeladen. Wir würden uns sehr, sehr freuen über Feedback, über Austausch. Und dann würde ich sagen, Johannes, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und heute mit mir über eins unserer Herzensthemen gesprochen hast, nämlich über Barcamps oder vielleicht im Konkreten auch die organisationsinternen Barcamps.
[Johannes Starke]
Es war mir eine große Freude, liebe Claudia. Ich glaube, wir haben noch einiges miteinander vor.
[Claudia Schütze]
Absolut. Ich freue mich darauf, auf alles, was kommt. In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören.
Bis zum nächsten Mal.
[Johannes Starke]
Tschüss.