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Zwischen Tool und Inhalt: Wie barrierefreie Inhalte wirklich entstehen

Barrierefreiheit gilt oft als technische Eigenschaft digitaler Systeme. In der Praxis zeigt sich jedoch: Entscheidend ist nicht allein das Tool, sondern wie Inhalte gestaltet werden. Der Artikel zeigt, wie Technologie und Authoring zusammenwirken – und warum barrierefreie Inhalte beim Menschen entstehen.

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16. Februar 2026
4 min
Stephan Hilbrandt, Product Manager bei tts - knowledge matters.
Stephan Hilbrandt

Barrierefreiheit beginnt nicht mit der Software

Digitale Lern- und Performance-Inhalte sollen Orientierung geben, Arbeit erleichtern und Wissen zugänglich machen. Für alle. Doch genau hier zeigt sich in der Praxis eine entscheidende Frage: Können Inhalte von allen Menschen genutzt und potenziell verstanden werden – oder nur von einem Teil der Zielgruppe?

Barrierefreiheit wird häufig als Eigenschaft eines Systems verstanden. Doch selbst die beste Technologie kann nur ermöglichen, was bewusst gestaltet wird. Die tts performance suite schafft die Voraussetzungen – ob Inhalte barrierefrei werden, entscheidet sich beim Authoring.

Was Barrierefreiheit bei digitalen Inhalten wirklich bedeutet

Barrierefreiheit beschreibt das Ziel, digitale Inhalte so zu gestalten, dass sie von möglichst allen Menschen wahrgenommen, verstanden und genutzt werden können – unabhängig von individuellen Einschränkungen. Grundlage dafür sind unter anderem die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des World Wide Web Consortiums.

Die WCAG definieren vier grundlegende Prinzipien:

  • Wahrnehmbarkeit: Inhalte lassen sich sehen, hören oder anderweitig erfassen.
  • Bedienbarkeit: Funktionen sind auch ohne Maus nutzbar, etwa per Tastatur.
  • Verständlichkeit: Inhalte und Interaktionen erschließen sich logisch und intuitiv.
  • Robustheit: Inhalte funktionieren zuverlässig mit unterschiedlichen Endgeräten und assistiven Technologien.

Diese Prinzipien lassen sich technisch unterstützen. Ob sie inhaltlich erfüllt werden, entscheidet sich jedoch bei der Gestaltung der Inhalte selbst. Barrierefreiheit zeigt sich nicht nur im Code, sondern vor allem in Struktur, Sprache, Kontrasten und Beschreibungen.

Die tts performance suite als Enabler barrierefreier Inhalte

Barrierefreie Inhalte brauchen eine stabile technische Basis. Die tts performance suite stellt diese Basis bereit. Zentrale technische Anforderungen sind systemseitig abgesichert. Inhalte können konsistent erstellt, medienübergreifend veröffentlicht und mit Funktionen wie Vorlesbarkeit, Tastaturbedienbarkeit oder Alternativtexten angereichert werden.

Die Rolle der tts performance suite ist dabei klar definiert: Sie befähigt Autor:innen, barrierefrei zu arbeiten. Sie strukturiert, unterstützt und sichert ab. Was sie nicht übernehmen kann, sind inhaltliche Entscheidungen. Diese bewusste Abgrenzung ist entscheidend für das Verständnis der folgenden Abschnitte.

Barrierefreiheit entsteht nicht auf Knopfdruck, sondern beim Authoring

Ein Tool kann Rahmenbedingungen schaffen. Es kann Vorgaben machen, Funktionen bereitstellen und technische Fehler reduzieren. Was es nicht kann: Inhalte verstehen.

Ein System weiß nicht, welche Information für das Verständnis entscheidend ist. Es erkennt nicht automatisch, ob eine Gestaltung für alle Nutzergruppen zugänglich ist. Solche Entscheidungen entstehen nicht im System.

Sie entstehen beim Authoring.

Barrierefreiheit entsteht dort, wo Inhalte bewusst strukturiert, klar formuliert und aus Nutzersicht gedacht werden. Die tts performance suite stellt dafür die technischen Möglichkeiten bereit. Wie diese Möglichkeiten genutzt werden, entscheidet der Mensch.

Praxisbeispiele: Wo Barrierefreiheit konkret entsteht

Im Alltag zeigt sich besonders deutlich, dass Barrierefreiheit nicht automatisch entsteht.

Ein Beispiel aus dem E-Learning: Eine Animation erklärt einen Prozess. Läuft sie ausschließlich visuell ab, bleibt ihr Inhalt für nicht sehende Personen verborgen. Wird sie hingegen parallel sprachlich beschrieben, entsteht echter Zugang. Das Tool stellt die Funktion bereit. Die Entscheidung trifft der Mensch.

Ein weiteres häufiges Beispiel sind Kontraste. Ein Tool erlaubt die freie Wahl von Farben. Technisch ist alles korrekt. Wird Text jedoch mit zu geringem Kontrast gestaltet, bleibt er für viele Menschen schlecht oder gar nicht lesbar. Die Software verhindert diese Entscheidung nicht. Sie macht sie möglich. Die Verantwortung liegt beim Authoring.

Ähnlich verhält es sich mit Bildbeschreibungen. Ein Alternativtext kann gepflegt werden – oder leer bleiben. Entscheidend ist jedoch die Qualität.
Hilft die Beschreibung einer Person mit Sehbehinderung dabei, den Inhalt zu verstehen oder eine Aufgabe zu lösen? Oder beschreibt sie lediglich das Offensichtliche?

Die tts performance suite bietet die Funktion, Alternativtexte zu hinterlegen. Ob diese Texte tatsächlichen Mehrwert schaffen, hängt von der inhaltlichen Entscheidung ab.

Barrierefreiheit entsteht hier nicht durch das Vorhandensein einer Funktion, sondern durch deren bewusste Nutzung.

Fazit: Software ermöglicht Barrierefreiheit – Inhalte machen sie wirksam

Die Anschaffung einer Software, die barrierefreie Inhalte erstellen kann, ist ein wichtiger Schritt. Sie markiert jedoch nicht den Abschluss.

Die tts performance suite schafft die Voraussetzungen für barrierefreie Inhalte. Sie strukturiert, unterstützt und sichert technisch ab. Inhaltliche Entscheidungen trifft sie nicht. Und das kann sie auch nicht.

Barrierefreiheit entsteht dort, wo Inhalte gezielt gestaltet, Bilder sinnvoll beschrieben und Informationen klar strukturiert sind. Nicht automatisch. Sondern beim Authoring.

Wer barrierefreie Inhalte erstellen möchte, sollte daher nicht nur fragen, welches Tool eingesetzt wird, sondern vor allem, wie Inhalte gestaltet werden.

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