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LERNLUST #69_E1 // ADKAR und die S/4HANA Communications Roadmap: Awareness schaffen – aber wie?

In dieser Miniserie erklären Dr. Katharina Vögl-Duschek und Claudia Schütze, wie das ADKAR-Modell Veränderungskommunikation in S/4HANA-Projekten effektiv unterstützt. In Episode 1 steht die Awareness-Phase im Fokus: Es werden praxisnahe Kommunikationsformate entlang der S/4HANA Communications Roadmap vorgestellt, die Teams helfen, Awareness im Projektaufbau gezielt zu gestalten.

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LERNLUST Podcast
02. April 2026
26 min
Claudia Schütze, Senior Learning Consultant & Trainerin, tts learning architects
Claudia Schütze
Bild von Dr. Katharina Vögl-Duschek
Dr. Katharina Vögl-Duschek

In dieser Miniserie stellen wir ein Vorgehensmodell vor, das in S/4HANA- und großen IT-Implementierungsprojekten die Basis unserer Veränderungskommunikation bildet: ADKAR.

Entlang der fünf Phasen liefert die S/4HANA Communications Roadmap konkrete Handreichungen für ein optimales Vorgehen im Projekt. Sie orientiert sich am SAP-ACTIVATE-Modell und stellt jeweils passende Kommunikationsformate bereit.

In der ersten Episode sprechen die tts-Kolleginnen Dr. Katharina Vögl-Duschek und Claudia Schütze über das „A“ in ADKAR – die Awareness-Phase – und geben praxisnahe Einblicke, wie Awareness in Projekten effektiv aufgebaut werden kann.

Shownotes

Host:
Claudia Schütze  // LinkedIn

Gast:
Dr. Katharina Vögl-Duschek, Senior Expert Change & Learning Consulting // LinkedIn 


Weiterführende Links

S/4HANA Communications Roadmap

LERNLUST Folge zu einem Gesamtüberblick ADKAR

S/4HANA & ADKAR Webinar mit Andreas Hohenstein und Katharina Vögl-Duschek

ADKAR


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Transkript

Intro:
[00:00:02] LERNLUST, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning. Wir sind Susanne Dobe und Claudia Schütze und wir sind Learning Consultants bei der tts. Schön, dass du heute dabei bist.

Claudia:
[00:00:21]  Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode im Lernlust-Podcast. Und die Begrüßung ist schon mal gar nicht so ganz richtig. Wir haben nämlich heute die erste Episode einer kleinen Miniserie, die ich mit meiner sehr geschätzten TTS-Kollegin Katharina Vögl-Duschek einspreche. Katharina, du bist Head of Change and Transformation bei der TTS und genau darum soll es heute gehen. Es soll nämlich um Kommunikation im Change und in Veränderung gehen. Schön, dass du da bist. Herzlich willkommen.

Katharina:
[00:00:56] Hallo Claudia, schön hier zusammen.

Claudia:
[00:00:59] Katharina, Veränderung und Kommunikation und du hast mir zum Vorgespräch ein Zitat mitgegeben, was ich sehr mag. Kommunikation ist keine Begleitung, sondern ein zentraler Wirkhebel der Transformation. Katharina, warum ist das denn so wichtig, gerade in S4HANA-Projekten und warum scheitern klassische Change-Ansätze in diesen ERP-Transformationsprojekten in Bezug auf Kommunikation sehr häufig?

Katharina:
[00:01:27] Ja, genau. Danke, Claudia, für die super wichtige Einleitung. Und das sind ja auch ganz wichtige Punkte für uns, die wir an der Stelle gleich mitgeben wollen. Vielleicht das nur auch nochmal als Gedanke. Wir erleben ja ganz oft, dass wir hören, S4HANA-Projekte sind natürlich super anspruchsvolle Transformationsvorhaben, sind technisch hoch herausfordernd, sind strategisch relevant, organisatorisch komplex. Und genau das ist aber der springende Punkt, wie du sagst, es sind oft dann ja fast schon ein bisschen Passwords, die wir so hören und wo es uns einfach auch wichtig war, an der Stelle nochmal detaillierter reinzugehen und zu sagen, okay, was macht das jetzt aber wirklich so konkret, so herausfordernd in der Kommunikation. Ja, und da ist für uns ein ganz, ganz wichtiger Punkt, gerade wenn wir jetzt nur auf Change Kommunikation schauen, Diese langen Projektlaufzeiten, die wir einfach haben und diese eben sehr, sehr, sehr auseinandergedehnten Phasen, wo oft dann für verschiedene Gruppen im Unternehmen, in den Organisationen gar nicht scheinbar so viel passiert, obwohl so, so viel natürlich im Hintergrund passiert. Und das führt eben dann ganz oft zu kommunikativen Leerstellen, die wir haben und die wir sehen,wo man sich oft wünschen würde, ach, wieso kann man denn nicht hier und da mal mehr vom Projektfortschritt preisgeben, auch für die, die eben nicht unmittelbar betroffen sind. Und das ist so fast schon mit der wichtigste Anker, der uns treibt, wenn wir über diese Change Communication Roadmap dann auch später tiefer sprechen.

Claudia:
[00:02:54] Und weil es was sicherstellt, Katharina, gerade für die, die jetzt gerade so gar nicht richtig dran sind in der Veränderung, Kontinuität in die Kommunikation zu bringen. Und ich glaube, das ist was, was es heute auch nicht überall und in jedem Projekt gibt und warum das ein Fokus von uns ist.

Katharina:
[00:03:11] Ja, auf jeden Fall. Und der letzte, vielleicht auch abschließende Punkt, warum das Ganze einfach anders ist, sind eben die tiefen Eingriffe in Routinen der unterschiedlichen Mitarbeitenden, die es aber auch gilt, wirklich dann durch die Kommunikation auch unterschiedlich anzugehen und dann unterschiedlich zu adressieren.

Claudia:
[00:03:29] Absolut. Und vielleicht da nochmal ein Gedanke. Wichtig ist natürlich zu sagen, was verändert sich, aber hatten wir gerade so ein kurzes Gespräch dazu. Es ist auch wichtig zu sagen, was bleibt denn eigentlich gleich in Veränderung? Und auch damit kann man Lehrstellen zum Beispiel gut füllen.

Katharina:
[00:03:45] Ja, das ist wirklich auch eine gute, wichtige Botschaft, die man hier vielleicht echt mitgeben kann. An der Stelle, dass sich da vielfach auch in Untersuchungen eben gezeigt hat, dass die Mitarbeitenden sehr, sehr stark auf das referenzieren, was natürlich gleich bleibt, weil die Sicht der Mitarbeitenden eben aus dieser Historie kommt sozusagen. Die sehen eher, welchen Weg sind wir bis hierher gegangen. Und dann wird man eben oft erlebt, dass das Projektteam sehr, sehr stark auf die Zukunftsvision geht. aber es durchaus gilt, das zu verbinden stärker, weil ansonsten die Mitarbeitenden eben nicht so gern diesen Wandel auch mitgehen.

Claudia:
[00:04:20] Genau. Und das war jetzt so ein ganz kleiner Abschweifer, aber ich glaube ein ganz wichtiger. Und Katharina, jetzt haben wir gesagt, Kommunikation in S4HANA-Projekten, die sind anders. Warum und was muss man da beachten? Und jetzt haben wir ja schon vor längerer, langer Zeit ein Modell etabliert und für uns als TTS ausgesucht, Was wir zugrunde legen, wenn wir, Begleitung in solchen Projekten machen, nämlich das sogenannte ADKAR-Modell. So, und das ist natürlich ein bisschen auch die Basis für diese Mini-Serie, die wir jetzt aufmachen mit dem ersten A in dem ADKAR. A steht für Awareness, D steht für Desire, K steht für Knowledge und A, das zweite A, steht für Ability und R steht für Re-Enforcement. Und das ist ADKAR und das ist eben ein mögliches Vorgehensmodell in Veränderungsprojekten. Und es ist für uns das, was wir uns ausgesucht haben. Das heißt, unsere Kommunikationsideen und Ansätze und Konzepte passen in dieses ADKAR-Modell. Und Katharina, jetzt vielleicht nochmal an dich die Frage, warum ist das eigentlich so zentral für uns, dieses ADKAR-Modell?

Katharina:
[00:05:33] Ja, also für uns ist die Überlegung, die im Zentrum steht, tatsächlich, dass das ADKAR-Modell einfach wahnsinnig gut funktioniert, um sozusagen den Mensch in den Mittelpunkt der Projekte und der Transformationen zu stellen und hier auch, und das ist ja für uns immer ganz wichtig, die Schnittstelle von Learning und Change sozusagen ideal miteinander verbinden kann entlang der Phasen und dann auch entlang natürlich der Ebenen, die wir dem ADKAR-Modell, wie man es unterschiedlichen sozusagen Scheinwerfern im Projekt auch nochmal zu hat. Und das funktioniert für uns einfach wunderbar und deshalb arbeiten wir sehr, sehr gern mit dem ADKER-Modell.

Claudia:
[00:06:07] Okay, super. Danke, dass du das nochmal eingeordnet hast, Katharina. Ich glaube, dann ist es auch vielleicht für unsere Hörerinnen noch ein bisschen einfacher, die Verbindung zu schaffen. Und jetzt haben wir gesagt, was die fünf Phasen sind. Wir haben gesagt, wir reden heute über das allererste A. Also, wir reden über Awareness. Und der eine oder andere hat sicher eine Idee, wie übersetzt man es? Bewusstsein, vielleicht Bewusstsein schaffen könnte so eine Überschrift sein. Und Katharina, warum ist das denn jetzt eigentlich so wichtig für uns und hoffentlich auch für alle Menschen, die Projekte machen, solche Veränderungsprojekte und für die Betroffenen? Also ist immer kein schönes Wort, aber am Ende von den Menschen, die eben tatsächlich von Veränderung betroffen sind. Also warum ist es so wichtig? Awareness, Katharina?

Katharina:
[00:06:52] Ja, genau. Also du hast das schon sehr schön und sehr treffend, finde ich, beschrieben mit dem Wort Betroffenheit. Und an sich sagt man immer so, diese Awareness-Phase hat zum Ziel, die Frage zu beantworten, warum passiert die Veränderung und warum passiert genau jetzt sozusagen. Und da merkt man schon ganz stark, dass das eine ganz, ganz frühe Phase eben ist, die genau darauf abzielen soll, der Zielgruppe den Kontext zu geben, einen Sinn zu geben und eine strategische Einordnung irgendwo zu ermöglichen. Und deshalb ist es eben ganz, ganz wichtig, dass diese Phase auch in keiner Form übersprungen wird, sondern dass man ganz im Gegenteil hier schon sehr früh mit der Kommunikation anfängt und immer das Ganze unter diesem Dach eben betrachtet.

Claudia:
[00:07:35] Und vielleicht sogar auch ein bisschen mehr Zeit investiert und Mühe und Aufwand investiert, als man vielleicht so gemeinhin denkt, ist ja nur der Anfang des Projektes. Aber damit werden die Weichen gestellt, Katharina. Und wie stellen wir die in den Projekten?

Katharina:
[00:07:50] Genau, genau. Also da freue ich mich schon, wenn wir dann gleich detailliert darauf eingehen. Vielleicht noch ganz kurz vorneweg ein Gedanke. Also das ist einfach so dieser zentrale Punkt, diese Awareness-Phase zu bespielen, weil wir damit ja auch verhindern, dass eigene Narrative einfach gebildet werden.

Claudia:
[00:08:06] Absolut.

Katharina:
[00:08:07] Richtig. Und das ist halt leider schnell mal eben der Fall, wenn wir das sozusagen von Projektseite aus nicht bespielen und uns einem nicht ausreichend dieser Phase schon widmen, dass da ganz, ganz viel am Anfang dann schon im Argen liegt. Eben, ja, jeder sich so seine eigenen Wahrheiten schafft, richtig, dann denkt, ach, ist die Hanna. Richtig, und ja, davon habe ich gehört, aber was ist jetzt eben eigentlich mit dem Projekt los?

Claudia:
[00:08:27] Und ich habe Erfahrungen, weil das ist ja garantiert nicht das allererste Projekt in der Organisation, was passiert. Und ich habe Erinnerungen an die Erfahrung, die ich gemacht habe. Und deshalb ist es so wichtig, Katharina, dass wir genau uns an dieser frühen Phase mit vielleicht auch höherem Aufwand dieses Themas annehmen.

Katharina:
[00:08:45] So ist es, richtig.

Claudia:
[00:08:46] Okay, und wie nehmen wir uns des Themas an, Katharina?

Katharina:
[00:08:50] Genau, also was wir uns überlegt haben beim Erstellen dieser Roadmap war, also der Hintergrund war ja auch, dass wir sehr, sehr viel in unseren S4HANA-Projekten in die Richtung erlebt haben, in ganz unterschiedlichen Konstellationen und sich da immer wieder die gleichen Probleme sozusagen herauskristallisiert haben. Wir haben immer diese selben Themen mit, ja, hätten die das doch früher gewusst, hätte man zielgruppenspezifischer kommuniziert und so weiter. Und das ist auch quasi der Hintergrund als Überleitung, warum wir in der Roadmap auch zweigeteilt vorgehen sozusagen. Wir haben in der oberen Hälfte Formate, die wir empfehlen, die einfach zielgruppenübergreifend sind. Und dann haben wir tatsächlich zielgruppenspezifische Formate, nach denen man differenzieren kann.

Claudia:
[00:09:35] So, und jetzt für euch da draußen ein kleines Sternchen. Es wird natürlich in den Shownotes eine Visualisierung geben. Also genau das, was Katharina jetzt eben natürlich wahrscheinlich mit der Grafik vor Augen gesagt hat. In dem oberen Teil gibt es die zielgruppenübergreifenden Ideen und in dem unteren Teil die zielgruppenspezifischen. Also das kriegt ihr natürlich verlinkt. So Katharina, ist jetzt glaube ich ein guter Punkt, jetzt da mal ein bisschen genauer drauf zu schauen, oder?

Katharina:
[00:10:00] Ja, sehr gerne.

Claudia:
[00:10:02] Womit wollen wir anfangen?

Katharina:
[00:10:03] Ja, ich würde vorschlagen, dass wir uns zuerst mal vielleicht die zielgruppenübergreifenden Formate schnappen.

Claudia
[00:10:07] Sehr gerne. Dann sag doch mal was aus deiner Perspektive ein erster wichtiger Punkt wäre in diesem Fokus.

Katharina:
[00:10:14] Genau, also vielleicht bevor wir ganz konkret die Formate nennen, der erste wirklich wesentliche Fokus nämlich ist, dass wir keine Maßnahmen ohne Diagnosen machen, also dass wir sie wegschicken. Und genau, dass wir hier wirklich schon zum Beispiel, sei es jetzt durch Stakeholder-Analysen, Change-Readiness-Checks, was auch immer in den jeweiligen Projekten eben davor steht, das natürlich zu machen. Also unsere Roadmap, wenn man dann drauf schaut, setzt tatsächlich konkret bei den Formaten an, heißt aber nicht, dass da nicht vorgelagert diverseste Diagnose-Instrumente einfach zur Hand genommen werden können, um eben dann auch diesen Kompass zu haben und die Formate dann einfach entsprechend zu formulieren und einzusetzen.

Claudia:
[00:10:54] Okay, sehr gut. Also das finde ich eine super wichtige Rammung nochmal, Katharina, weil ohne eine vernünftige Stakeholder-Analyse wird jede Kommunikation ein Schuss ins Blaue werden. Und das wollen wir nicht, sondern wir wollen konkret sein. Wir wollen Mehrwert schaffen. Wir wollen präzise Mehrwert schaffen. Also insofern, wie tun wir das jetzt?

Katharina:
[00:11:15] Genau. Also zum einen steht auf unserer Roadmap das Wort Launch der Change Story. Das eben auch sehr stellvertretend für viele, viele Überlegungen, die jetzt in dem auch mitschwingen, was wir gerade erzählt haben. Aber stellvertretend dafür, hier sollte die Change Story eigentlich soweit final sein. Man launcht die in welcher Form auch immer, man bricht sie runter auf unterschiedliche  Zielgruppen in welcher Form auch immer. Aber es ist wichtig, sie ist da und wir arbeiten mit ihr. Und umbildlich steht ja ganz oft einfach so als artstabile inhaltliche Klammer für das Gesamtprojekt, wonach sich dann sehr, sehr viele Dinge nochmal präziser richten, konkreter richten, aber das ist eben für uns ganz wichtig als ein Format. Dann haben wir ein weiteres ganz interessantes Format, das vielleicht auch so ein bisschen aus der Reihe tanzt und das man vielleicht gar nicht so unbedingt unmittelbar erwarten würde, aber es ist ganz wichtig mitzugeben, weil Claudia ist ja auch dein Leib- und Magenthema, wo du dann ja auch gleich noch ergänzen kannst ein bisschen,  warum es so wichtig ist, ist nämlich das Format Podcast. Absolut. Ja, genau.

Claudia:
[00:12:18] Ich sage sehr gerne was dazu. Also ich glaube, Change Story ist was, das wissen wir alle. Da gibt es unendlich viele Publikationen dazu. Jeder, der mal im Veränderungsprojekt war, hat irgendwie mal gehört Change Story und hat auch eine Kommunikation dazu gehabt. Ob die jetzt das perfekte Nonplusultra war, ist eine andere Frage, aber auf jeden Fall, das ist präsent, wenn wir über Kommunikation sprechen. Die Audioschiene, glaube ich, die ist noch nicht so präsent und wir glauben aber. Dass es ein Mittel sein kann, um die von Katharina so schön benannten kommunikativen Leerstellen in diesen langlaufenden IT- und S4HANA-Implementierungsprojekten zu füllen und zu bespielen. Weil Kommunikation ist dann gut, wenn sie, gut konzipiert ist natürlich und wertvolle Inhalte anbietet, Fragen beantwortet, aber sie ist vor allen Dingen auch dann gut, wenn sie Kontinuität ermöglicht. Und das heißt, so ein Audioformat ist relativ einfach produziert und schnell produziert und preiswert produziert und kann kontinuierlich beispielsweise alle 14 Tage stattfinden. Und mit verschiedenen Menschen, Themen, Fokuspunkten gilt eben das, was wir generell für Podcasts so als Erfolgskriterien ansehen. Die Geschichte ist in Menschen, die haben eine Stimme, das ist nahbar, weil wir so wie wir jetzt miteinander hier reden, Katharina und ich, weil das einfach Menschen sind, die man greifen kann mit ihrer Stimme direkt aufs Ohr. Und insofern ist da auch eine Authentizität drin, die gerade in der Change-Kommunikation etwas ist, was Menschen als sehr wertvoll empfinden und das Ganze glaubhaft macht. Und damit ein bisschen ausgeholt zu dem Thema, warum möchten wir euch gerne erzählen. Dafür begeistern, nochmal über das Thema Audio oder Podcast in Veränderungskommunikation. Katharina, aber da hast du mir zwei Sachen beleuchtet, die Change Story und die Audio-Formate, aber es ist ja noch nicht alles. Was wäre denn noch auf der Agenda?

Katharina:
[00:14:25] Ja, ein weiteres Format, was wir auf unserer Liste haben, ist einfach typisch das Internet, die Internetseite. Das auch vor allem mit dem Hintergrund, dass wir dafür auch Awareness quasi schaffen wollen im Projektteam, das wirklich möglichst früh schon mitzudenken und möglichst früh auch das einfach als Stelle zu sehen, wo ich meine regelmäßigen Projekt-Updates ganz einfach posten kann, wo ich die Leute informiert halten kann über die Fragen, wo stehen wir eben gerade, was passiert als nächstes. Also das ist ein sehr, sehr niedrigschwelliges, super gut geeignetes Format, um das zu analysieren. Und deshalb, ja, würden wir das sehr stark einfach empfehlen, möglichst früh eine Internetseite auch aufzubauen, weil früher oder später braucht man sie ja ohnehin Und somit, warum denn nicht gleich dann von Anfang an mitdenken und da das Minimum an Kommunikation sozusagen darüber abzudecken.

Claudia:
[00:15:12] Absolut. Und beim Mitdenken, Katharina, würde ich gerne noch eine Idee von mir mit in die Runde werfen. Jetzt haben wir ja immer das Wort Kommunikation verwendet, aber diese Intranet-Seite, die ist super wichtig und gut und die brauchen wir. Aber es ist erstmal Information, so wie ich es verstehe. Es ist eine One-Way-Kommunikation oder eben Information. Und ich glaube, gerade im Veränderungskontext ist es wichtig, den Menschen zufrieden. Den Betroffenen von der Veränderung eine Möglichkeit zu geben, selber auch in die andere Richtung zurückzukommunizieren. Eben uns eine Idee zu geben, was haben sie überhaupt verstanden, was ist angekommen, ist es das, was wir wollten, ihre Fragen zu stellen, ihre Gedanken loszuwerden, ihre Ideen einzubringen. Und deswegen könnte, auch wenn das vielleicht jetzt erstmal nicht zu dem Thema Intranet per se dazugehört, aber der Gedanke auch so weit gehen, dass man guckt, dass man da auch eine Community drum begründet sozusagen um diese Intranet-Seite, um eben die Chance der bidirektionalen Kommunikation zu etablieren und zu ermöglichen. Und in manchen Organisationen ist es tatsächlich vielleicht auch erstmal noch der Punkt zu etablieren, weil das eben noch keine geliebte Praxis ist.

Katharina:
[00:16:27] Ja, ganz wichtiger Punkt und das ist auch schon, finde ich, ein schöner Ausblick auch dann auf die weiteren Formate, die wir in der Communication Roadmap dann Phase für Phase vorstellen, weil auch da prägt genau dieser Gedanke ja unsere Empfehlungen, dass wir sehr viele Formate vorsehen, die eben diesen Dialog schaffen, um eben nicht in so einer Einbahnstraße zu landen, sondern ja, das ist ganz klar, genau.

Claudia:
[00:16:48] Jetzt habt ihr eine ganze Menge Ideen, glaube ich, von uns bekommen. Also wir haben über Change Story gesprochen, über Audio-Kommunikation, wir haben über das Intranet vielleicht mit der Erweiterung von Communities gesprochen. So Katharina, jetzt haben wir Formate angeguckt, die eher übergreifend für die gesamte Organisation funktionieren und in der Konzeption eben bedacht werden in der Change-Kommunikation. Jetzt haben wir natürlich aber auch bestimmte Zielgruppen, insbesondere in diesen großen S4HANA-Projekten, die vermutlich auch nochmal was Eigenes und Besonderes benötigen. Und Katharina, vielleicht lass uns doch mal kurz gucken, welche Zielgruppen haben wir eigentlich überhaupt und wie würden wir die bedienen?

Katharina:
[00:17:29] Ja, was sind die drei wirklich zentralen Gruppen, wenn wir es konkret runterbrechen wollen, nämlich die Führungskräfte, wir haben unsere Key-User und wir haben unsere End-User im Prinzip. Natürlich kann man dann auch aus der Stakeholder-Landschaft viel, viel mehr rausziehen. Ja, sind dann eher teilweise auch nochmal andere Randgruppen, aber die sind auf jeden Fall zentral und auch in jeglichen Projekten wichtig zu bespielen und deshalb haben die einfach so eine ganz zentrale Rolle auch in unserer Roadmap erhalten. Das vielleicht so als Vorrede. Wie kommen wir zu den dreien? Ja, und wenn man jetzt nochmal einen Schritt tiefer reingeht und sich überlegt, klar, wofür stehen unsere Führungskräfte? Wir haben hier natürlich ganz, ganz viel, was zusammenkommt an der Stelle. Wir haben einmal sozusagen das Rollenbild, dass die Führungskraft selbst in diesen Projekten erstmal für sich verinnerlichen muss. Absolut. Genau, wo sie auch ganz, ganz früh schon damit vertraut gemacht werden muss und gleichzeitig auch wieder diese Stelle nach außen in Richtung End-User und erster Kommunikationspartner, weil natürlich, wenn man überlegt, wo gehen denn unsere End-User hin, wenn sie Fragen haben, natürlich meistens nicht direkt ans Projektteam, sondern an ihre nächstgelegene Führungskraft. Und das heißt für uns in der Verantwortung des Projekts natürlich eine ganz, ganz große Rolle, diese Führungskräfte mit den ausreichenden und nötigen Informationen zu jeder Zeit zu bespielen am Ende des Tages. Und deshalb sind die für uns auch so der wirklich erste Schritt in der Kommunikation. Die wir abholen wollen. Also in unserer Roadmap startet auch alles immer mit den Führungskräften als kaskadierendes Element, zumindest mit diesem Blickwinkel, wie wir da drauf schauen.

Claudia:
[00:19:05] Okay. Was ist eine zweite Zielgruppe, Katharina?

Katharina:
[00:19:08] Die zweite Zielgruppe sind dann unsere Key-User, die eben ganz klassisch an der Schnittstelle zwischen Projekt und Fachbereich stehen, die eben ganz, ganz außergewöhnliches Prozessverständnis ja auch erlangen dann im Laufe des Projekts. Das ist am Anfang natürlich noch nicht zu haben, aber später dann. Sie kennen die Realität im Tagesgeschäft und kennen aber auch die Projektherausforderungen und Anforderungen. Das heißt, die sind einfach ein super zentrales Bindeglied. Und auch deshalb ist das ganz wichtig, sie sehr punktuell dann auch nochmal mit den in der jeweiligen Phase nötigen Informationen abzuholen. Und unsere dritte Gruppe sind eben die Enduser, die dann am Ende des Tages ja die Veränderungen in ihrem unmittelbaren Arbeitskontext erleben, sobald das Ganze dann auch mal umgesetzt ist. Aber an der Stelle, wo wir jetzt sprechen, in der Awareness-Phase, noch lang, lang davor, kann man sich vorstellen, noch nicht wirklich sehr viel Konkretes im Kopf haben. Und da eben die Kommunikation genau das zur Aufgabe hat, soweit es halt möglich ist.

Claudia:
[00:20:05] Absolut. Also ich glaube, das war eine ganz schöne Aufstellung, Katharina. Auch ein bisschen, welche hat, zumindest habe ich rausgehört, welche jetzt auch besonders wichtig ist in der ersten Phase, nämlich in der Awareness-Phase, welche der drei Zielgruppen, aber auch die Botschaft, die anderen nicht zu vergessen, auch wenn sie jetzt noch gar nicht so präsent sind im Projekt, nämlich die End-User, für die wird es eine Weile dauern, bis wirklich für sie konkrete, kommunizierbare Veränderungen entstehen. Aufs Trapez kommen, weil da reden wir dann über Systemebene, über, weiß ich nicht, Feldebene, Eingabemasken, Prozessschritte, die sich ändern. Das wird noch eine ganze Weile dauern, aber wir haben ja auch gesprochen, dass wir diese Lücken füllen wollen, damit eben genau wir in der Erwärtsphase starten und dann trotzdem am Ball bleiben, kommunikativ am Ball bleiben.

Katharina:
[00:20:58] Genau, genau. Und das vielleicht noch ergänzend, weil wir jetzt eigentlich über unsere Zielgruppen schon gesprochen haben, noch nicht über die Formate. Die Formatauswahl hier ist eher begrenzt, jetzt im Vergleich zu unserer oberen Hälfte, aber ja, umso weniger nicht relevant, weil wir haben halt hier das Format der Welcome Session ausgewählt und würden das empfehlen. Das ist auch sicher ein ganz klassisches Format, das immer wieder oder wir als DTS ganz oft in digitalen Transformationen einsetzen mit großem Erfolg, weil eben, wie der Name sagt, diese Welcome Sessions genau dafür da sind, die Mitarbeitenden im Projekt willkommen zu heißen und das an einer Stelle lang bevor noch Trainings im Raum stehen. Lange, also gerade jetzt bei S4HANA, bei anderen Rollouts ist das natürlich oft auch enger gelagert, aber dennoch eben, um hier einfach so erste Orientierungen mitzugeben und deshalb auch da die Idee, auch anders als klassisch, nicht nur eine Welcome Session zu machen, sondern eben tatsächlich drei Welcome Sessions zu machen. Das muss auch gar nicht sein, dass das alles in einer Woche passiert, sondern eher so ein bisschen kaskadierend gedacht, wann eben unsere Zielgruppen dann auch genau die nötigen Informationen, also wann die zur Verfügung stehen, um sie weiterzugeben. Aber nichtsdestotrotz eben während der Awareness-Phase super wichtig, das zu tun. Und wir haben dann hier, vielleicht steht aber auch genauso in der Roadmap drinnen, aber um es nochmal deutlich zu machen, die Unterschiede, also wir haben zum Beispiel, wenn wir jetzt starten mit den Führungskräften, haben wir hier einen  ganz großen Schwerpunkt auf eine Projektbeschreibung natürlich, auf die Ziele, aber insbesondere auch auf die Rollen der jeweiligen Zielgruppen eben. Also sprich, was wir auch schon gesagt haben, Führungskraft muss ihre Rolle kennenlernen, aber muss auch die Rolle der Key-User verstehen, um dann nicht zuletzt auch die Ressourcen dieser Key-User eben freigeben zu können.

Claudia:
[00:22:45] Absolut.

Katharina:
[00:22:45] Ja, und das wäre uns auch so ein wichtiges Anliegen, das eben relativ früh auch aufs Tablett zu bringen, weil das ganz, ganz oft hinten runterfällt anfangs und dann eben zu großen Komplikationen führt, wenn eben dann klar wird, huch, die Key-User haben ja eigentlich die nötigen Ressourcen gar nicht, das heißt dafür soll das da sein und deshalb gedanklich der Logik folgend auch die Key-User eben nachgelagert, weil die dann idealerweise, nachdem die Führungskräfte das alles einmal auch gehört haben, dass alles besprochen wurde, sowieso Zwischenschritte geklärt wurden, dann die nötigen Infos eben an die Key-User auch mal weiter zu spielen und so weiter.

Claudia:
[00:23:22] Absolut. Also danke, dass du das nochmal so detailliert dargestellt hast, jetzt auch für die einzelnen Zielgruppen. Wir haben über die Führungskräfte und die Key-User gesprochen, jetzt für diese Awareness-Sessions und die End-User haben wir, glaube ich, vorher zumindest schon mal so ein bisschen mitgedacht in dem, wo wir uns vorher unterhalten haben. Absolut. So, und das heißt, Katharina, wir haben, glaube ich, einen ganz guten Abriss gegeben über das erste A im ADKAR-Modell, also für unser Modell, was wir nutzen, bei der TTS nutzen, um Veränderungen, große Veränderungen, Transformationsprojekte, wie zum Beispiel S4HANA-Projekte es eben sind, zu begleiten. Und ich hoffe, dass es uns gelungen ist, eine Projekte, Awareness für die Awareness zu kreieren mit dieser ersten Episode unserer Miniserie und die Wichtigkeit und dem, was aus unserer Perspektive in der Kürze dieser ersten Episode da reingehört. Das ist natürlich nicht erschöpfend, das ist noch nicht detailliert, aber wir hoffen, wir konnten euch erste Ideen vermitteln. Und wenn ihr sagt, super spannend, dann geht es natürlich weiter in diese ADKAR Roadmap und zwar mit der nächsten Episode, wo wir reden wollen über das D in der Roadmap, also über Desire. Und dann sage ich herzlichen Dank, dass du da warst.

Katharina:
[00:24:42] Danke dir, Claudia, fürs Hiersein.

Claudia:
[00:24:44] So, und dann, wir hören uns wieder ihr da draußen und zwar mit weiteren vier Episoden aus der Miniserie. Macht's gut und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Outrotext:
[00:25:00] Ach, übrigens, habt ihr uns eigentlich schon abonniert? Das geht überall da, wo ihr eure Podcasts am liebsten hört. Wir, die Hosts des Podcasts Susanne und Claudia, wir sind natürlich auf LinkedIn, auf Twitter oder auch auf Mastodon erreichbar. Und wenn ihr lieber mit unserem Podcast selber interagiert, das geht auf Mastodon direkt. Und natürlich könnt ihr uns euer Feedback, eure Anregungen, euer Lob und eure Verbesserungsvorschläge auch direkt auf Podigee schreiben. Also, wir hören uns in der nächsten LERNLUST.
 

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