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Next Generation Learning: Die Vision von Bill Gates

Im US-Bildungssystem setzen sich maßgeschneiderte Lernmodelle immer mehr durch – auch dank Bill Gates. Taugt der Ansatz für das Training von Mitarbeitern?
16. Januar 2020
3 min
Britt Bürgy, Product Management bei tts - knowledge matters Britt Bürgy

Kein geringerer als Bill Gates treibt derzeit ein Projekt voran, das die US-Bildung in ein neues Zeitalter führen soll. Die Bill & Melinda Gates Foundation, die größte Privatstiftung der Welt, will es Schülern mittels intelligenter Technologien ermöglichen, personalisierte Bildungswege einzuschlagen.

Die Idee: Schüler erhalten Zugang zu hochwertigen Inhalten in den jeweils passenden Formaten. Zeitpunkt, Tempo und Struktur des Lernangebots sind maximal flexibel und passen sich den individuellen Stärken und Vorlieben an.

Wichtige Bausteine dieses Lernkonzepts sind klare Lernziele und Content in zeitgemäßen Kurzformaten. Im Trend liegen beispielsweise Videos von zehn bis 15 Minuten Länge – ideal für die Sehgewohnheiten im YouTube-Zeitalter.

Es geht um den Einzelnen

Unternehmen und ihre Mitarbeiter stehen ähnlich drängenden Herausforderungen gegenüber wie die Schulen. Wissen veraltet immer schneller – gerade auch wenn es um Softwareanwendungen und Prozessabläufe geht. Zudem verästeln sich die einzelnen Disziplinen in immer spezifischere Fähigkeiten. Massenschulungen gehen da am Ziel vorbei. In immer mehr Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass es Lernstrategien braucht, die den Einzelnen im Blick haben. Denn nur so gelingt es den Unternehmen, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber leistet das weitverbreitete und als Allheilmittel angepriesene Web-based Training nicht genau das? Eben nicht. Denn es ist mindestens so hochgradig standardisiert wie Präsenztrainings.

Kontextsensitive Hilfen unterstützen jeden Mitarbeiter direkt während der Arbeitsabläufe.

Kontextsensitive Hilfen weisen den Weg aus der geistigen Massenabfertigung hin zu klügeren Lösungen, denn sie unterstützen jeden Mitarbeiter direkt während der Arbeitsabläufe. Dabei geht es um mehr als die schnelle User Adoption. Es geht vor allem um nachhaltigen Lernerfolg. Performance Support unterstützt im Idealfall sämtliche individuellen Lernbedarfe. Und das genau im „Moment of Need“.

Kontextsensitive Hilfen sind die Zukunft

Es ist ein altes, aber selten erreichtes pädagogisches Ideal: Lehrer, die individuell auf Lernende eingehen und sie weder langweilen noch überfordern. Und die immer genau dann ansprechbar sind, wenn ihre Unterstützung gebraucht wird.

Kontextsensitive Hilfen leisten genau das – und zwar automatisiert. Mitarbeiter müssen nicht länger in verschiedenen und mitunter wenig vertrauenswürdigen Quellen die passende Lösung suchen. Per Klick steht das gesamte Wissen des Unternehmens sofort an zentraler Stelle bereit: Feldhilfen, Guides, Arbeitsanleitungen, Prozessinformationen, Trainingskurse.

Eine neue Entwicklung ist die Guide-Technologie: Sie führt Mitarbeiter in klaren Schritten durch Anwendungen und Prozesse. Einfacher können Unternehmen ihren Mitarbeitern digitales Know-how kaum verfügbar machen. Auch können die Mitarbeiter selbst Guides aufzeichnen und veröffentlichen. Expertenwissen wird so schnell und einfach Allgemeingut. Das ist Next Generation Learning ganz im Sinne von Schulungsinnovatoren wie Bill Gates.

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