LERNLUST #58 // Vom WBT zum digitalen Content
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LERNLUST Podcast
In einer Welt in der Unternehmen verstärkt auf Kosten achten und Mitarbeitende gleichzeitig den Auswirkungen der VUCA Welt ausgesetzt sind, sind die Herausforderungen für L&D Abteilungen groß. Lerninhalte veralten schnell und gleichzeitig stehen Lernende vor immer neuen Lernherausforderungen. Kein Wunder also, dass alte ausgefeilte WBTs ausgedient haben und günstiger digitaler Lerncontent hoch im Kurs steht. Was das für die Welt der Lernangebote heißt und welche Vielfalt, Möglichkeiten und Herausforderungen das bieten kann, dazu sprecht Susanne Dube heute mit Axel Lindhorst.
Shownotes
Host:
Susanne Dube, Teamlead Learning // LinkedIn
Gäste:
Axel Lindhorst, Head of Learning Operations // LinkedIn
Links zum Thema:
Das aktuelle Fosway GRID für digitales Lernen
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Transkript
Intro:
[0:05] Lernlust, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning. Wir sind Claudia Schütze und Susanne Dube. Und wir sind Learning Consultants bei der tts. Und wir sind die Hosts dieses Podcastes. Und hier werden wir uns über Themen unseres Arbeitsbereiches miteinander austauschen, also alles, was Lernen in Organisationen heute und in der Zukunft betrifft. Und wir werden uns von Zeit zu Zeit interne oder auch externe Experten in unsere Runde einladen. Und wir freuen uns, wenn ihr dabei seid.
Susanne:
[0:45] WBTs sind wie Dinosaurier und Dinosaurier werden Vögel. Was heißt das wohl für den digitalen Content?
Axel:
[0:53] Gibt es natürlich die Tendenz, schlanker und schneller und effizienter werden zu müssen, weil die Zyklen einfach kürzer werden. Das ist sowohl bei Software-Einführungen so und bei Software so, bei Applikationen, bei Systemen, bei ERP-Systemen so, als auch bei regulatorischen Frameworks.
Susanne:
[1:16] Also zusammengefasst ist es auch, da bleibt Bewegung in dieser ganzen Sache. Wir sehen viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen, die da sich für den Lernmarkt ergeben.
Axel:
[1:24] Powerpoints der 90er Jahre waren auch auf Trash, wenn da irgendwie Donald Duck und Mickey Mouse drauf gepostet wurden. Also in so einem Rahmen findet das eben jetzt mit KI statt. Kann man sich dann nochmal ein schönes KI-Bild für die PowerPoint zusätzlich erstellen? Ist es didaktisch sinnvoll? Weiß man nicht so genau.
Susanne:
[1:46] Dass sich die Welt des E-Learnings verändert, haben mein Kollege und Gesprächspartner Axel Lindhorst und ich bereits vor einigen Jahren festgestellt. Axel ist erfahrener Experte in der Welt des digitalen Lernens, war schon oft mein Gesprächspartner im Lernlust-Podcast und begleitet mich so schon seit vielen Jahren mit seiner Expertise in der Erstellung von digitalen Lerninhalten und der Beratung innerhalb komplexer IT-Projekte. Es ist nun schon eine Weile her, dass wir zuletzt sprachen. Jetzt ist es also Zeit, nach all den KI-Hype-Themen im letzten Jahr zu schauen, wie sich dieses, aber auch so einige andere Themen auf das digitale Lernen in Unternehmen auswirken und was das den Unternehmen bringt. Es wird Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme.
Susanne:
[2:34] Hallo Axel.
Axel:
[2:36] Hallo Susanne.
Susanne:
[2:37] Herzlich willkommen bei mir auf dem Lernlust-Sofa. Wir haben uns ja wirklich lange, lange nicht gesehen oder gehört oder gesprochen. Ich bin so froh, dich mal wieder hier zu haben als denjenigen, der sich im digitalen Content aus meiner Sicht ja immer noch am besten auskennt. Und weil du da so ein Urgestein bist, erinnere ich mich auch, haben wir damals diesen Podcast gemacht, der da hieß WBT - Totgesagte Leben länger. Das fand ich ganz interessant und ich mochte aber da deinen letzten Satz. Der hat so einen wunderbaren Ausblick gegeben auf das, was digitaler Content für uns ja bedeutet.
Susanne:
[3:07] Das war irgendwie so, WBTs sind wie Dinosaurier und Dinosaurier werden Vögel. Was heißt das wohl für den digitalen Content? So in der Richtung ging das. Vielleicht muss man sich das da nochmal anhören.
Axel:
[3:19] Ja, so ähnlich war das. Kann man sich ja nochmal anhören. Aber es geht um so einen evolutionären Ansatz. WBTs wurden groß als etwas statische, große, lange, eher komplexe Medien, die die Aufmerksamkeit der User stark beanspruchten und über längere Zeit einen monumentalen Charakter oft entwickelt haben. Da gibt es dieses große WBT und das muss ich jetzt erstmal machen, ein oder anderthalb Stunden lang. Da muss ich mich jetzt durchkämpfen. Dann muss ich irgendwie noch dieses Quiz am Ende machen und dann ist gut. Und das mag ich eigentlich nicht so gerne und das ist ja, glaube ich, auch immer noch so. Da gibt es eine gewisse Abneigung gegen diese Art von Medien.
Susanne:
[3:54] Ich quizze total gerne.
Axel:
[3:57] Quiz liebe ich natürlich, aber das, was vorher kommt. Und das hat sich entwickelt. So kamen WWTs auf die Welt, so waren sie eine Zeit lang. Aber in den letzten Jahrzehnten gab es ja schon eine Entwicklung, dass sie schmaler, dass sie, kürzer, smoother, eleganter werden und mehr zu einem Teil des Lernmixes sich integrieren, so wie sich dann die Dinosaurier, am Anfang auch gab es nur die Dinosaurier und dann wurden es ja evolutionär Vögel und integrieren sich als Teil der Tierwelt ganz prima.
Susanne:
[4:28] Ihr seht, wir kennen die aktuellsten Entwicklungen. Also für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben, Vögel sind die direkten Nachfahren der Dinosaurier und wir befinden uns aber hier im digitalen Content. Und was ich total spannend finde bei dieser Flexibilisierung,
Susanne:
[4:42] die es dadurch ja gibt, dann ist das ja etwas, was wir bei Kunden ganz oft merken. Also im IT-Kontext haben wir es ganz oft gemerkt. Die Updates von den Tools wurden immer schneller und ähnliches. Und das Gleiche passiert ja jetzt so ein bisschen auch mit rechtlichen Themen oder mit den ganzen Surroundings, die die Unternehmen haben. Wenn man tatsächlich guckt, was passiert im KI-Thema gerade mit dem AI-Act, dass alle da up-to-date sein müssen, den Themen IT-Security oder Digitalisierung generell, da haben die Unternehmen ja unheimlich viel, was sie auch prozesstechnisch oder sogar auch produkttechnisch oder überhaupt immer wieder schnell an die Lernenden bringen müssen. Und da passen ja diese Dinosaurier-WBTs dann eben nicht mehr, weil die auch sehr lange in der Produktion brauchen. Deswegen ist es ganz klar, dass wir als Unternehmen da natürlich dann auf diese schnelleren Formate kommen. Wenn ich jetzt aber angucke im digitalen Content, wie kann ich denn als Unternehmen
Susanne:
[5:33] da jetzt schnell, gut und vielleicht auch günstig an Content kommen?
Axel:
[5:37] Ja, wir sprechen von digitalem Content. Wir sind ja ein Unternehmen an der Schnittstelle zwischen einer Agentur und einer Unternehmensberatung, also einem Beratungsumfeld im Business. Das heißt, wir kümmern uns um den sogenannten Non-IT und um den sogenannten IT-Content. Der IT-Content, das sind die Simulationen, die klassischen Simulationen, also die Recordings, die Aufzeichnungen von Prozessen und Aufgaben und Funktionen in einer Software, in SAP oft bei uns oder in Microsoft Office, die wir dann aufbereiten und die wir dann den Lernern zur Verfügung stellen. Das Non-IT-Geschäft basiert auf Gestaltung mit Bildern, Texten, Animationen, Videos, Sounds. Da geht es um die Themen, die du eben auch schon benannt hast. Compliance-Themen, Produktschulungen im Pharma-Bereich, Unternehmenswissen für Onboarding und Offboarding. Und Skills und Kompetenzen, Transformation und so weiter. Und da wollen die Leute aufschlauen. Und in beiden Formaten, Gibt es natürlich die Tendenz, oder gibt es, ja, natürlich muss man mittlerweile sagen, die Tendenz, schlanker und schneller und effizienter werden zu müssen, weil die Zyklen einfach kürzer werden, ja.
Susanne:
[6:52] Genau.
Axel:
[6:53] Und das ist sowohl bei Software-Einführungen so und bei Software so, bei Applikationen, bei Systemen, bei ERP-Systemen so, als auch bei regulatorischen Frameworks.
Susanne:
[7:03] Ja.
Axel:
[7:03] Sagen wir mal Datenschutz oder, ja, wenn es um AI geht, das ist ein besonders dynamisches Thema natürlich, wo sich viel ändert.
Susanne:
[7:11] Genau. Ich mag das Wort regulatorisches Framework.
Axel:
[7:17] Ja, und deswegen haben wir natürlich die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Wir als Anbieter sowieso, unsere Kunden auch. Jeder weiß, es gibt, man kann digitalen Content, also nicht die klassischen WBTs, sondern auch Rapid Content, Micro-Learnings, Nuggets, man kann das alles einfacher machen, man kann Videos machen, man kann mit einfachen Tools umgehen, für einfache Formate, Easy Generator oder Articulate Rise, wo man sehr schnell Content erstellen kann. Man kann Powerpoints nehmen und kann die in Videos mittlerweile KI-gestützt in Videos umwandeln mit Synthesia oder ähnlichen Produkten. Und all das gehört zu den Möglichkeiten, die man jetzt hat. Und all das trägt zu der Erweiterung und höheren Vielfältigkeit des Lernmixes bei im Non-IT-Bereich.
Susanne:
[8:02] Ja, genau. Also da gibt es viele, viele Sachen, die man quasi als Kunde auch nutzen kann, um einfach günstiger sich Sachen zu erstellen. Genau. Wenn ich jetzt da reingehe und ich denke, ich persönlich bin ja immer ein bisschen kritisch diesem, ja, ich kaufe die Sachen günstig ein, ich kaufe sie billig ein, zumindest im privaten Bereich, wenn ich jetzt als Unternehmen aber reingehe. Wie ist denn das? Laufen wir da in der Learning-Branche Gefahr, dem Thema aufzusetzen? Irgendwie, wie ich das jetzt vor kurzem irgendwie gesehen hatte, dass, keine Ahnung, auf Amazon da irgendwelche Kinderbücher mittlerweile, also werden KI-Bücher verkauft. Also da sind Bilder, da ist das Cover-KI, da ist auch der Inhalt-KI und das wird high geratet und ist noch ein Bestseller bei Amazon, weil sich da irgendjemand was ausgedacht hat. Glaubst du, dass wir da irgendetwas aufsetzen können im Learning, dass dann da irgendwie nur noch Trash rauskommt?
Axel:
[8:57] Also der erste Aspekt war ja jetzt, das immer günstiger zu produzieren. Da gibt es ja erstmal die Tendenz zu sagen, okay, wer produziert das günstiger? Vielleicht Agenturen, die mehr spezialisiert sind, vielleicht Freelancer, die günstigere Tagessätze anbieten oder so.
Susanne:
[9:12] Ja, die sind kein Trash.
Axel:
[9:16] Oder eben im Ausland produzieren zu lassen. Verlängerte Werkbanken, Extended Workbenches, davon reden wir schon lange, die gibt es im E-Learning in Indien, in Osteuropa. Damit wird Nearshoring, Offshoring, damit wird auch gearbeitet, um Sachen auszulagern und das wäre ein Aspekt. Nun gibt es aber die Möglichkeit, über KI zu sagen, okay, das können wir jetzt auch irgendwie alle, das können wir auch hier selbst in unserem Unternehmen oder in unserer Beratung, können wir davon profitieren und wir machen E-Learnings und digitalen Content auch günstiger und schneller. Schneller und effizienter.
Susanne:
[9:56] Genau.
Axel:
[9:57] Aber die Gefahr, was du sagst, die Gefahr, dass dabei Trash rauskommt, die sehen wir durchgehend in verschiedenen Medien. Wir hatten schon das Beispiel eben von den Amazon-Büchern. Ich habe es in dem Vorgespräch, das Beispiel aus der Zeitung, wo ein KI-Foto prominent abgebildet wird, aber es gibt nur in der rechten oberen Ecke einen kleinen Text, dass das übrigens das ist, was die KI sich zu diesem Thema ausgedacht hat oder in dem Trump-Video zum Gaza-Streifen, das gestern publiziert wurde.
Susanne:
[10:25] Ist ja nicht immer alles geschmackvoll, ne?
Axel:
[10:28] Da passiert viel, aber in unserem Bereich sehe ich jetzt keine besonders große Gefahr, hier großen Fakes aufzusetzen. Unsere Aufgabe als Corporate Learning Anbieter ist es ja auch, Wächter zu sein, Gatekeeper zu sein, in puncto Qualität, in puncto Vielseitigkeit. Wir müssen darauf achten, Content, qualitativ hochwertigen Content bereitzustellen und zu kuratieren und dabei zu beraten. Und wir haben auch noch ein Auge, einen Blick auf die Didaktik.
Susanne:
[10:58] Genau. Ja, was ich in dem Kontext dann aber auch ganz spannend finde zu sagen, ist, wenn wir jetzt sprechen von Qualität, Vielseitigkeit und Didaktik, die wir tatsächlich mitbringen, dann heißt es ja für mich aber auch oder ich persönlich sehe das dann immer auch vor dem Hintergrund unserer eigenen, also wir als Unternehmen, unserer eigenen Produkte, die wir haben und ganz oft sind es ja gar nicht irgendwelche Standardsachen, die wir erstellen für Kunden, die vielleicht auch eine Agentur oder ähnliches einfach erstellen könnte oder wo die Unternehmen tatsächlich selber sagen, hey, das haben wir schon seit fünf Jahren gleich, das machen wir schon, Sondern das sind ja immer sehr, sehr spezifische Produktschulungen, die wir erstellen oder sehr, sehr spezifische Themen, wo die Unternehmen eben genau sagen, dass sie unsere Hilfe brauchen. Und da hätten sie dann genau den Schutz von uns, den du gerade aufmachst, diesen Schutz für so ein bisschen. Wir stehen für Qualität. Also wir wollen da jetzt nicht irgendwas rausnehmen. Immer in dem Maße, wie der Kunde das auch braucht quasi, dass wir die Qualität gut machen und dass sie dem Lernenden auf jeden Fall hilft. Und wir sind dabei ganz vielseitig im Denken, weil wir in der Breite der digitalen Contents denken können, also es ist nicht immer ein, WBT ja sowieso nicht mehr, es ist aber auch nicht immer ein Video und es ist auch nicht immer ein Synthesia-Video und es ist auch nicht immer was zu lesen, sondern das soll halt etwas sein, wo wir quer über die Lernformat-
Susanne:
[12:16] Expertise, über die wir da verfügen, da reingehen. Und ich bin ja sowieso immer diejenige, die noch breiter denkt, die gar nicht nur in diesen Selbstlernformaten denkt, sondern die sagt, manchmal braucht es dann vielleicht auch ein bisschen Begleitung. Und das ist dann vielleicht auch dieser didaktische Ansatz, der von uns drinsteckt. Wenn man den in den Rapid-Formaten nicht mehr hat, dann ist der vielleicht rechts-links davon. Oder wie stehst du denn dazu? Du stehst ja so ein bisschen für die Selbstlernformate bei mir.
Axel:
[12:38] Ja, das stimmt natürlich. Aber viele Themen sind halt, oberflächlich könnte man sagen, erstmal, ja, könnte man sich vielleicht auch mit dem Standard behelfen. Ja. Also ein Compliance-Training, ja, das man nicht bestechen soll, kann man dann dem entnehmen und dann gibt es auch Fälle, die aufbereitet werden. Auch im IT-Bereich, SAP oder Success-Factors, da gibt es Standards. Natürlich gibt es auch Standard, sehr viel, Office ist ja auch ein Standard. Gibt es erstmal. Muss man sich dann überlegen, aus didaktischer Hinsicht, inwieweit hilft das? Jetzt zum Beispiel digitalen Content dazu.
Susanne:
[13:12] Ja.
Axel:
[13:12] Ja, also von meiner Seite, mit meiner Brille drauf geschaut. Klar, hat man, sagen wir mal, Awareness erst mal, hat man möglicherweise Attention, ja. Aber hat man... genügt es dem Unternehmen, genügtes der Organisation? In der Regel nicht, weil es sehr spezifisch ist, was an Compliance-Fällen in einem Unternehmen vorkommen kann. Weil es ist was anderes, wenn du für ein staatliches, für eine NGO arbeitest, sagen wir mal so, im Publik-Sektor oder wenn du in einem, verkaufsorientierten Unternehmen arbeitest oder in einem produktionsorientierten Unternehmen, dann haben wir eine ganz andere Herausforderung, was Compliance angeht. Das gilt natürlich auch für die Software, die immer gecustomized wird. Das heißt, wenn du in die Tiefe gehen willst, kommst du mit Standards nicht hin. Und dann kommen die Aspekte hin, du brauchst Sachen, die schnell und schlank und smooth sind, aber trotzdem von Leuten bereitgestellt werden oder begleitet werden, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Susanne:
[14:15] Okay.
Axel:
[14:16] Lernexperten und Fachexperten.
Susanne:
[14:17] Das heißt, wenn man so an diese ganze Sache rangeht, dann geht ja das, was wir vorhin gesagt haben, diese Gefahr, dass irgendwie Content oder Lerncontent zu Trash wird, weil wir uns jetzt diesem KI-Thema öffnen oder da irgendwie unterwegs sind. Die Gefahr kann ja gar nicht bestehen, weil wir tatsächlich von der Fokussierung ausgehen, die es fürs Unternehmen braucht. Und du sagst auch, eigentlich gibt es ja prinzipiell für Unternehmen nie einen Standard, weil ein bisschen was ist immer speziell und da muss man halt gucken, wie man das didaktisch gut abfangen kann, damit die Lernenden da etwas noch lernen können, genau.
Axel:
[14:48] Weißt du, PowerPoints der 90er Jahre waren auch auf Trash, wenn da irgendwie Donald Duck und Mickey Mouse drauf gepostet wurden. In so einem Rahmen findet das eben jetzt mit KI statt.
Susanne:
[15:02] Ja.
Axel:
[15:02] Da kann man sich dann nochmal ein schönes KI-Bild für die PowerPoint zusätzlich erstellen. Ist es didaktisch sinnvoll? Weiß man nicht so genau. Aber ich muss weiterdenken, dafür muss man weiter in die Tiefe gehen und begleitet werden.
Susanne:
[15:15] Ich habe gerade überlegt, das hatte doch so einen Namen. Diese Dinger, die man in PowerPoint einfügen konnte, diese furchtbaren Bildchen. Egal. So was vergisst man dann einfach.
Axel:
[15:26] Weiß ich auch nicht mehr.
Susanne:
[15:27] Aber die gab es, ne? Die immer gleichen Bildchen. Naja. Aber wenn man gerade bei PowerPoint... Cliparts. Cliparts. Gibt es Cliparts noch?
Axel:
[15:39] Ja, früher Cliparts, jetzt Emojis.
Susanne:
[15:42] Ah, okay. Na, Emojis sind aber keine Cliparts.
Axel:
[15:45] Aber haben alle so eine Funktion eben auch, Sachen aufzulockern.
Susanne:
[15:48] Das stimmt. Ja, das stimmt.
Axel:
[15:50] Genau.
Susanne:
[15:51] Ja, was ich aber auch total spannend vor dem Hintergrund finde,
Susanne:
[15:55] ist, viele Unternehmen stehen ja jetzt auch gerade und das ist vielleicht dann auch die Spezialisierung, die Unternehmen haben oder wieder auch etwas, was so plötzlich über, also so plötzlich ist es ja gar nicht, aber was dann immer so reinkommt auf die Unternehmen, ist eben dieses Spannungsfeld für Barrierefreiheitsthemen, wo man manchmal wirklich überlegen muss, ja, wir möchten barrierefreie, Selbstlern-Contents anbieten, aber die sollen ja auch nicht immer nur nach dem gleichen Stil laufen, weil ich halt farblich oder von den Formaten her, von den Größen her, von der Sprache auch eingeschränkt bin. Da braucht es ja manchmal wirklich ein bisschen Gehirnschmalz, um da gute Contents anbieten zu können.
Axel:
[16:31] Ja, das ist eine große Herausforderung natürlich in dem Umfeld, dann zu sagen, was haben wir überhaupt für ein Lernarrangement, in dem das bestehen kann, ja. Passt es. Schaffen wir es, etwas zu gestalten, was nicht nur darauf ausgelegt ist, von einem Screenreader ordentlich wiedergegeben zu werden, sondern schaffen wir es, die User dann auch zu engagen, also irgendwie bei der Stange zu halten und zu engagieren und zu motivieren damit.
Susanne:
[16:59] Genau.
Axel:
[17:00] Schaffen wir das mit dem digitalen Content oder schaffen wir das mit dem digitalen Content als Teil eines größeren Arrangements? Genau.
Susanne:
[17:07] Das ist schon ein total spannendes Thema, wo ich tatsächlich auch gucken würde, gerade diese Rahmung von dem digitalen Content könnte ja sogar nochmal eine Folge für einen extra Podcast sein. Aber wenn wir gerade beim digitalen Content sind und da erstmal grundlegend für uns festgestellt haben, eigentlich für all die Themen, die wir gerade besprochen haben, wichtig ist, dass wir als Corporate Learning Anbieter in dieser sich schnell entwickelnden Welt, in dieser Welt, in der wir uns natürlich als Corporate Learning Anbieter auch ein bisschen messen, mit günstig angebotenen anderen Contents von anderen Anbietern, dann was ist denn das, wofür wir für uns stehen? Das ist eben zum einen das Thema, dass wir sagen, wir haben einen Anspruch an Qualität, den wir umsetzen wollen. Über diese Ansprüche haben wir ja schon oft auch in unseren Podcast-Reihen geredet, mit dem Manifest, das wir uns gesetzt haben, mit den Qualitätskriterien, die wir uns selber aufgesetzt haben. Die Vielseitigkeit haben wir gerade schon angesprochen, genauso die Didaktik und das Barrierefreiheitsthema, das alles mitzudenken, das ist ja schon ein Anspruch, den man da als Corporate Learning Anbieter an sich selbst quasi bringt. Und ich erinnere mich an ein Gespräch, was ich mit dir hatte. Ich weiß gar nicht, ob du es jetzt hier heute auch schon erwähnt hast, aber tatsächlich dieses Thema zu sagen, es ist so ein bisschen wie ein Schutzschirm, den ich über diesen Lern-Content drauflege, den ich dort habe.
Axel:
[18:18] Ja, und ich würde noch die Stichworte Priorisierung und Kuration dazu geben.
Susanne:
[18:23] Genau. Dass man auch wirklich guckt, was ist überhaupt wichtig, ne?
Axel:
[18:27] Ja, ja, ja.
Susanne:
[18:28] Genau. Das stimmt. Und kuratieren heißt aber ja nicht nur, dass ich irgendwas zusammentue oder zusammensammle und dann zur Verfügung stelle, sondern dass ich da auch wirklich eine Wertigkeit reinbringe für den Lernenden. Also auch da ist wieder so ein didaktischer Ansatz mit enthalten, den man hat.
Susanne:
[18:44] Jetzt sind wir vorhin ganz am Anfang so ein bisschen in Richtung Non-IT-Content abgegangen und haben gesagt, da gibt es ganz, ganz viele Möglichkeiten, die wir haben. Wir hatten aber auch vorhin gesagt, im IT-Content ist es auch so. Ganz ehrlich, da kenne ich es ja schon viel, viel länger, dass da große oder kleine Halbwertszeiten da sind. Also wenn ich mir angucke, also Beispiel muss man immer nur Microsoft Office nehmen. Also jeden Morgen, wenn ich mein Teams aufmache, dann überlege ich, oh Gott, ist das noch alles gleich oder ist das schon wieder eine Funktion woanders versteckt? Aber tatsächlich, man ist ja auch als User so, dass man da tatsächlich schneller vielleicht sich wieder reinfindet und gar nicht mehr so tief reingeht. Wir sind aber eben auch in Themen unterwegs in diesem IT-Kontext des Lernens, wo das gar nicht so einfach ist wie Microsoft Office. Ich denke nur gerade an die SAP-Themen, oder?
Axel:
[19:37] Ja, und da haben wir es zunehmend mit großen Transformationen zu tun. Das ist, glaube ich, ein aktueller Trend einfach jetzt aus lizenztechnischen Gründen, aus softwaretechnischen Gründen, die SAP vorgibt.
Susanne:
[19:51] Ja.
Axel:
[19:51] Ja, Software entwickelt sich und verändert sich und viele Unternehmen sind gezwungen nachzuziehen. Stichwort S4H. Und wie bei diesen IT-Themen haben wir vergadet zu einem gegenläufigen Trend. Früher war einfach, muss man sagen, ja Non-IT war Masterclass, IT ist einfach Massenproduktion, hat man irgendwie Recordings gemacht und hat man ausgearbeitet und hat man dann als Dokumentation zur Verfügung gestellt und eben auch als E-Learning. Das war die klassische Herangehensweise. Jetzt haben wir zusätzlich andere Formate, In-App-Formate, Guides, Online-Guides, Online-Helps, die direkt im Arbeitskontext helfen. Auch da hat es eben eine deutliche Verbreiterung der Formate gegeben. Und hier gibt es den Trend, dass so Lernprojekte einfach größer gedacht werden und größer von Anfang an angegangen werden und das Stichwort dazu wäre aus unserer Beratungssicht das Stichwort User Adoption.
Susanne:
[20:52] Genau, da haben wir ja auch schon einen Podcast zu gemacht.
Axel:
[20:56] Ja, wie nimmt man die Lerner mit? Wie bindet man Lerner frühzeitig ein? Und was tun wir alles um unsere großen Mengen an Endusern? Mit angemessenen Content zu versorgen. Und deswegen werden solche Projekte von Anfang an größer, stärker auch auf Lernmaterialien und Lernunterstützung und Change-Unterstützung angelegt.
Susanne:
[21:19] Ja, genau. Und deswegen finde ich diese Themen ja auch gerade so spannend. Also tatsächlich sind das ja Themen, da reden wir gar nicht mehr so darüber, ob wir jetzt digitalen Content machen oder wie wir das machen, sondern gehen wir dann ganz groß ran und überlegen tatsächlich, wie können wir das umsetzen. Und wenn nicht dort dann, weil das ist ja eigentlich unser Thema, der digitale Content, diese Sachen quasi bedenke, welche Formate können da passen, dann ist das ja eine Passung in ein großes Lernkonzept, in große Lerner Journeys, in einen kompletten User-Adoption-Ansatz. Wie gesagt, ich empfehle allen, sich da dazu auch die Podcasts nochmal anzuhören, was heißt das eigentlich, nämlich den Lernenden zu begleiten von ganz am Anfang, eigentlich bevor das neue System überhaupt eingeführt wird, bis hin danach, wenn er eigentlich schon lebt. Also wie nehme ich das auf als Lernender oder überhaupt als Nutzer, da reinzugehen und wenn wir dieses Gefühl geben wollen, dass der Nutzer nie schuld ist, dann müssen wir ihm natürlich auch Möglichkeiten geben, ja, mit den Sachen gut umzugehen und das wäre dann tatsächlich auch gutes, gut gemachtes, ja, digitales Lernen, sei es denn jetzt mit Simulation, sei es mit, Prozessbeschreibungen, die in irgendeiner Form als Video oder sonst was aufgegeben werden, plus eben tatsächlich auch das, was eine Digital Adoption Solution Plattform eben liefern kann, nämlich, dass ich diese Hilfe direkt dort habe.
Axel:
[22:33] Aufgrund dieser Verpflichtung, die wir, beziehungsweise die Projekt-Owner gegenüber den Lernern haben, ist es halt immer auch wichtiger geworden, weil man breiter aufgestellt ist, weil die Projekte länger gedacht werden, auch extensiver gedacht werden, Content-Management zu berücksichtigen.
Susanne:
[22:50] Genau.
Axel:
[22:52] Und deswegen ist das Stichwort eben auch, was du schon genannt hast, eben wie eine Digital Adoption-Plattform zur Bereitstellung, on point, in verschiedenen Lernkontexten, zur Vorbereitung, on the job, zur Nachbereitung, für Reviews, für Refreshers, einzusetzen.
Susanne:
[23:13] Ganz genau. Und dann denkt man ja, lernen auch nicht mehr nur so kurzfristig. Ah ich mache jetzt was to the point, in dem Moment, wo dann vielleicht ein Go-Live kommt oder ähnliches, sondern da denke ich dann tatsächlich, lernen auch langfristiger. Und dann denke ich auch daran, wie kann ich das updaten, wie kann ich da aktuell bleiben, weil wir eben in diesen schnellen Update-Zyklen sind und dann brauche ich da eben tatsächlich im IT-Kontext relativ gute Methoden, wo ich nicht immer den ganzen Content vielleicht neu erstellen will, sondern eben nur den spezifischen Teil, wo sich vielleicht was geändert hat. Genau. Das ist total spannend.
Susanne:
[23:46] Das heißt aber, was ist denn dann jetzt unsere Botschaft oder unsere Grundessenz dessen, was wir jetzt so ein bisschen besprochen haben, was da so passiert in der Lernwelt für uns als Corporate Learning Anbieter? Was denkst du?
Axel:
[24:05] Wenn wir zum Beispiel jetzt sagen wollen, wenn wir uns fragen, was die Prognose für die nächsten Jahre ist, ist das erstmal schwierig. Was wir wissen, ist auf jeden Fall der KI-Anteil oder die Anteile, die KI übernimmt, werden größer. Wovon wir auch ausgehen können, ist glaube ich, Produktion von effizienten Dienstleistern, der Anteil wird auch größer, aber auch, dass Lernen anders und breiter aufgestellt gedacht wird in großen Projekten. Das sehen wir als Trend. Und worauf es letzten Endes hinausläuft, ist natürlich, dass wir nach wie vor weiter an unserem Lernmix arbeiten. Auf der einen Seite versuchen, bestehende Formate, bestehende Arten von Content immer noch besser und effizienter und smoother zu machen. Und neue Einflüsse aufzunehmen und den Lernmix für die entsprechenden Zwecke aufzupimpen.
Susanne:
[25:11] Genau. Also zusammengefasst ist es auch, da bleibt Bewegung in dieser ganzen Sache. Wir sehen viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen, die da sich für den Lernmarkt ergeben, vielleicht auch für unsere Kunden ergeben, da tatsächlich die passenden Lösungen für sich zu finden. Und ich finde, das macht immer noch total Spaß, da so drauf zu schauen. Und ich bringe immer so gerne diesen Vergleich von mir, als ich damals angefangen habe oder aufgehört habe zu studieren und angefangen habe, in der Weiterbildung zu arbeiten, da gab es tatsächlich Präsenztrainings und ganz neu am Markt war so das Thema, das war so um die Dotcom-Blase heraus, war dieses ganze E-Learning-Thema mit diesen klassischen WBTs. Und schaut mal, was wir heute an Formaten entwickelt haben und wie sich heute das Lernen in einem Unternehmen auch entwickelt hat. Da bleibt aufgrund äußerer und innerer Einflüsse eine ganze Menge Bewegung in diesen ganzen Thematiken, aber ich glaube, es bleibt auch eine ganze Menge Spaß für Learning Professionals da drin und da freue ich mich drauf. Wie geht es dir damit, Axel?
Axel:
[26:08] Ja, also wir steigen niemals wieder in denselben Lernfluss. Panta rhei, wir reden natürlich schon lange davon, dass der Lernmix stimmen muss. Über der Lernmix verändert sich aufgrund der inneren und äußeren Einflüsse des Drucks aus Technologien, aus sozialen Faktoren, Thema Barrierefreiheit zum Beispiel.
Susanne:
[26:31] Ja.
Axel:
[26:33] KI hatten wir schon, das Thema. Es gibt also verschiedene Einflüsse. Diese Zyklen, die wir haben, diese inhaltlichen Zyklen, die sich immer mehr verkürzen, das sind alles Einflüsse, die Druck auf den Lernmix ausüben. Und der Lernmix und der Approach, auch der weitergefasste Ansatz eben zu lernen
Axel:
[26:53] und Change, muss immer wieder neu überdacht werden.
Susanne:
[26:56] Ja, das stimmt. Und jetzt überlege ich gerade, aber nun hast du aus den Dinosauriern ja schon Vögel gemacht. was werden sie wohl in Zukunft werden? Wir wissen es noch nicht.
Axel:
[27:06] Superintelligenzen.
Susanne:
[27:07] Ah, vielleicht. Okay, dann danke Axel, dass du mich mal wieder besucht hast. Es war wirklich ein launiges Gespräch mit dir. Es hat mir wieder viel Spaß gemacht.
Axel:
[27:18] Ja, es hat mich gefreut. Es hat Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal.
Susanne:
[27:22] Genau, bis zum nächsten Mal. Ich bin sehr, sehr gespannt, was wir da vielleicht noch rechts und links hören werden zu diesem Podcast, zu diesem Thema und was es da so weiteres gibt. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Axel:
[27:34] Tschüss.
Susanne:
[27:36] Übrigens, habt ihr uns schon abonniert? Das geht überall dort, wo ihr eure Podcasts am liebsten hört. Wir freuen uns auf euer Feedback und vor allem auf den Austausch mit euch. Wie ihr uns erreicht? Ihr könnt uns auf Podigy schreiben oder ihr folgt dem Lernlust-Podcast auf Mastodon. Es gibt uns auch als echte Person auf Mastodon oder LinkedIn. Sagt uns also, was euch gut an unserem Podcasts gefällt und wo wir noch besser werden können. Bis dahin freue ich mich auf euch bei der nächsten Folge des Lernlust-Podcasts.
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